Wann lasse ich endlich los?

Die Trennung verarbeiten und nach vorne schauen
Starre
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Starre » Fr 1. Apr 2016, 10:33

Pegasus hat geschrieben: naja, dass ich es nicht schreibe hängt aber damit zusammen, dass ich es nicht sicher weiß.
Und spekulationen helfen niemanden weiter.
Ich gehe mal (grfühlsmäßig) davon aus, dass es jemanden gab oder vielleicht auch gibt.
Aber wie du schon sagst. Das ändert nichts an der Tatsache und ist auch irrelevant.


P.
Da hast Du Recht.

Ich bin jetzt ein wenig dahinter gekommen, wieso ich die letzten Tage unter anderem so knatschig und unruhig bin.

Bin jetzt immer wieder mit so einen unruhigen Gefühl wach geworden. Einem Druck. Es war auch Angst dabei. Konnte es nicht so recht fassen. Jetzt hab ich gemerkt, dass ich mir die letzten Tage einfach wieder vermehrt darüber Gedanken mache, was meine Ex und auch andere Personen von mir halten bzw. was ich tun müsste, um anderen zu gefallen. Ich bin wieder etwas von meinem Weg abgekommen, bei mir zu sein und mich liebevoll anzunehmen, wie ich bin. Die Erwartungen an mich selbst sind schon wieder viel zu hoch und entsprechen auch häufig gar nicht dem, was ich mag, sondern dem was andere gerne mögen. Also damit sie mich gut finden/mögen.

Ich denke, das macht einen großen Anteil dessen aus, warum es mir gerade wieder nicht ganz so gut geht. Denn es war keine Sehnsucht da. Ich war/bin einfach knatschig. Kennt ihr das, dass ihr dann gar nichts auf die Reihe bekommt, wenn die Erwartungen an Euch selbst so hoch sind bzw. auch falsch? Bei mir entsteht dann wieder so eine Starre (daher auch mein Name) - ich beweg mich dann gar nicht mehr. Und dann beginnt der Teufelskreis:
Erwartungen zu hoch/nicht an eigenen Bedürfnissen orientiert -> Überforderung -> Starre/Antriebslosigkeit/Schlechte Laune -> Erwartungen werden nicht erfüllt -> Abwertung der eigenen Person/kleiner Selbstwert/kaum Selbstliebe -> (und von vorne)

So in etwa. Bedeutet also ich muss wieder ausbrechen. Eigene Bedürfnisse wahrnehmen, bei mir bleiben...Selbstliebe stärken... etc. -> Folge: Stimmung steigt, Aktivität, Lust und Antrieb steigen...

Gut. Dann mal los. Einfach isses nicht, aber ein Plan! 8-)

Liebe Grüße

fromXwithLove
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von fromXwithLove » So 3. Apr 2016, 14:11

Liebe Starre,

ja man kann wieder richtig und aus ganzem Herzen glücklich sein - auch ohne dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin. Dafür muss man sich, glaube ich, jedoch wirklich mit der Trennung befassen und auch mal wirklich leiden. Man MUSS da durch gehen, um Wunden die Chance zu geben, zu Narben zu werden. Jeder Tag an dem man mal leidet oder auch glücklich ist (wenn auch anfangs mit einem kleineren oder größeren Schatten), bewegt man sich ein Stück weiter. Man braucht irgendwann den/die Ex nicht mehr, um wirklich glücklich zu sein - aber bis zu der Erkenntnis ist es oft ein steiniger Weg, bei dem man oft denkt, dass man doch niemals wieder vollends glücklich wird. Die Exen werden immer ihren Platz in unserem Herzen haben, aber die Wunde wird zu einer Narbe, die eines Tages nur noch an eine schöne Zeit erinnert. Ohne Wehmut, ohne Trauer. Ich kann verstehen, dass es im Moment vielleicht noch ein wenig aussichtslos ist und dass man auch die Gefühlsachterbahnfahrt einfach mal satt hat - aber man muss da leider durch. Das Herz braucht seine ganz persönliche, eigene Zeit um wieder zu heilen - man kann sich da nicht mit anderen messen. Der eine kommt schneller darüber hinweg, der andere braucht etwas länger. Das ist in Ordnung, denn jede Beziehung war individuell und jeder Mensch und jedes Herz ist einzigartig.

Zum Thema: Jetzt hab ich gemerkt, dass ich mir die letzten Tage einfach wieder vermehrt darüber Gedanken mache, was meine Ex und auch andere Personen von mir halten bzw. was ich tun müsste, um anderen zu gefallen. Was denkst du, was du tun müsstest um andern zu gefallen? Und was denkst du, müsstest du tun um DIR zu gefallen? Es ist DEIN Leben - DU gestaltest es. DU musst dich für das mögen, was DU bist!! DU musst dich tagtäglich in den Spiegel schauen können, DU musst mit allen Konsequenzen in deinem Leben leben und niemand sonst. Es geht nicht darum, was andere von dir denken - man kann und soll es nicht allen Menschen recht machen. Jeder hat seine Ecken, Schwächen, Macken und Kanten. JEDER!! Wenn man sich nicht selbst liebt - wie soll einen jemand anderes lieben? Man findet nichts in der großen weiten Welt, was einem im Inneren fehlt. Du hast deinen eigenen, ganz persönlichen Wert in diesem Leben und es ist DEIN Leben. Wenn man an sich arbeiten möchte, weil man es selbst will, dann kann man das nur Schritt für Schritt. Es ist gut ein großes Ziel vor Augen zu haben, aber man kann nicht erwarten, dass man dies von jetzt auf gleich erreicht. Wenn du, angenommen, bei einem Marathon mitlaufen willst, mit einer vorgegebenen Strecke von 40km und du bist in deinem Leben noch nie gelaufen, dann kannst du nicht erwarten, dass du die komplette Strecke auf einmal zurücklegst. Du hast das Ziel: 40km und läufst von da an immer ein paar km mehr. An einem Tag 5km, am nächsten Tag 6km,.. (du weißt wie es weiter geht) und irgendwann erreichst du das Ziel. Aber gleich zu Beginn sich dieser Distanz zu stellen und dann aufzugeben - nein, das ist nicht der richtige Weg.
Also verfolge dein Ziel Schritt für Schritt - in deiner eigenen Zeit. Das kannst du bei allen Bereichen in deinem Leben anwenden. Wenn du dich beruflich weiterentwickeln willst, geschieht das ja auch Schritt für Schritt. So ist es auch bei einer Trennung: man geht den Weg Schritt für Schritt, auch wenn man manchmal das Gefühl hat wieder zurückgeworfen zu werden: das stimmt nicht. Es gibt Tage da geht es besser und leichter und Tage, da kostet es wieder mehr Kraft. Aber wir alle kämpfen für unser eigenes Glück, Tag für Tag. Und du wirst wieder glücklich sein, aus vollem Herzen und nicht nur so halb - und dafür brauchst du deine Ex nicht. Auch wenn du das im Moment nicht ganz so recht glauben kannst. Du wirst nicht am Sterbebett liegen und sagen: Sie war die große Liebe, danach war ich immer nur fast glücklich. Aber nimm dir die Zeit, die du brauchst. Wenn du alles intensiv durchlebst und dich der Trauer stellst, dann wirst du sie irgendwann überwinden können.

Alles Liebe!
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Pegasus
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Pegasus » Mo 4. Apr 2016, 07:45

So in etwa. Bedeutet also ich muss wieder ausbrechen. Eigene Bedürfnisse wahrnehmen, bei mir bleiben...Selbstliebe stärken... etc. -> Folge: Stimmung steigt, Aktivität, Lust und Antrieb steigen...

Gut. Dann mal los. Einfach isses nicht, aber ein Plan! 8-)

Liebe Grüße
...und der Plan ist gut und genau richtig.
Mach das so. Liebe Dich (kein Egoismus) aber tu Dir gutes, lächle dich jeden Morgen im Spiegel an. Gehe auf Menschen zu und lächle.
Ich habe das auch praktiziert und mache es immer noch. Es war am Anfang etwas komisch, aber Du glaubst nicht welchen Selbstwert Du dadurch entwickelst. Dein Selbstbewusstsein wird gestärkt.
Die Wirkung ist echt nicht zu unterschätzen.
Und Erfolgsstories? --> Ich denke ICH bin eine Erfolgsstory und das ohne ex-back :D

Lebe das Leben im Moment. Es ist schön und es kommt immer wieder Schönes (oder noch Schöneres) dazu.
Du musst es nur zulassen.

LG Pegasus.
Pegasus hat seine Flügel ausgebreitet und fliegt wieder.
Ich habe losgelassen und es fühlt sich gut an :-)

A_M
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von A_M » Do 7. Apr 2016, 00:09

Ihr seid wirklich klasse...das alles gibt so viel Mut und Zuversicht.

Ich war 10 Jahre lang mit meiner Ex (auch Frau-Frau) zusammen,
5 Jahre davon in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft / verheiratet...und wir haben einen kleinen Sohn (meine EX ist die leibliche Mutter und ich hatte ihn noch nicht adoptiert, sie gewährt mir aber dennoch Besuchsrecht, das ich ja eigentlich nicht habe)

Wir sind seit Ende November 2015 getrennt, seit Februar 2016 wohne ich in meiner ersten (!) Eigenen Wohnung und ich bin ebenfalls hin und hergerissen... aber das was ihr alle schreibt ist wirklich etwas gutes für die Seele. Und vor allem fürs Selbstwertgefühl, das ja sehr stark während so einer Trennung leidet.
Ich kann mir auch nicht vorstellen jetzt ein Date zu haben, geschweige denn eine neue Beziehung einzugehn...ich will das jetzt noch nicht. Ich hab ganz viel von mir selbst verloren...und da bin ich jetzt dran, mich selbst wieder aufzubauen im wahrsten Sinne des Wortes :-)
Ich bin normalerweise gar nicht der Typ für Foren...weder das Lesen noch das Schreiben darin, aber dieses hier ist echt ein Jackpot an Erfahrung und Motivation :-)
This world cannot bring me down cause I'm already here... in diesem Sinne - ich war schon ganz unten, ich hab nichts mehr zu verlieren und es kann nur noch bergauf gehn :-)
Ich wünsche euch alles Gute.
VG, A_M

Sonnenblume10
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Sonnenblume10 » Do 7. Apr 2016, 11:47

Pegasus hat geschrieben:Und Erfolgsstories? --> Ich denke ICH bin eine Erfolgsstory und das ohne ex-back
Das gefällt mir richtig gut! Einer der besten Aussagen, die ich hier gelesen habe!

Man muss sich nach einer Trennung um sich selbst kümmern und darf nicht nur warten, bis es nicht mehr weh tut.
Man muss die Beziehung reflektieren und wie ein Zuschauer auf der Bühne anschauen, was aber erst möglich ist, wenn die Gefühle nicht mehr das Sagen haben. Dann entdeckt man, dass eine Beziehung ein Geflecht ist aus Aktionen und Reaktionen. Egal ob falsch oder richtig, ist nebensächlich. Aber eines bedingt das Andere. Und dann geht einer und für den Übrigen bricht die Welt zusammen ...
Aber man will leben, man will weiter leben und man will wieder glücklich werden. Das ist in jedem Menschen eingepflanzt.

Erst wenn man auf einmal allein ist, ist man auf sich zurückgeworfen. Und dann hat man oft auch den Wunsch, im Leben was zu ändern und für sich dazu zu lernen. Nach meiner letzten Trennung war mir klar, dass sich bei mir was ändern musste, dass ich nicht so weiter machen konnte wie bisher. Klar gingen da auch Monate ins Land, ehe der Kummer, die Sehnsucht und die Wut sich verabschiedet hatten. Aber es ging aufwärts, kaum spürbar, aber doch. Jeden Tag ein bißchen mehr, dazwischen mal ein Rückschritt, aber das ist ja normal.
Ich begann, das Leben wieder mit anderen Augen anzuschauen. Ich sah, wie viel mir vom Leben eigentlich geschenkt worden ist. Ich hatte ja auch so viel Glück im Leben gehabt, dass es kaum zu fassen war.
Ich denke, das Wichtigste was man lernen kann, auch wenn man allein ist, ist mal so was wie Zufriedenheit mit sich zu verspüren und auch Dankbarkeit.
Ich kam damals nach der Trennung in Kontakt mit alten Schulkameradinnen und aus losen Bekannten wurden Freunde. Die kamen einfach so in mein Leben und blieben bis heute. Eine Tür ging zu, andere dafür auf.
Ich lernte selbstständiger zu werden, machte Reisen alleine, ging allein ins Theater, ins Kino, auch mal in Restaurant und wunderte mich, wie gut es mir damit ging. Man darf, ja man sollte auch mal von sich selbst begeistert sein und stolz auf sich sein.

Was Andere über mich denken, kümmert mich wenig. Ich bin wie ich bin. Wer mich mag, soll mich mögen, wer nicht, lässt es bleiben. Ich mag ja auch nicht Jeden.
Die ewigen Selbstansprüche (das solltest Du, das musst Du, das hast Du nicht gut gemacht, alle anderen sind besser als Du) habe ich deutlich reduziert. Ich mag das nicht mehr, mich ständig vor mir selbst schlecht zu machen und die Gefühle, dass ich ohnehin nicht genügend bin, haben sich davon gemacht. Man kann sie vertreiben, indem man sie regelrecht verscheucht und auch mal sagt: Eigentlich wollt ihr mich ja nur immer runter ziehen und kritisieren und warum? Damit es mir wieder mal schlecht geht und ich wieder das Gefühl habe, ich bin eben ungenügend.

Das ist eine Schleife ohne Ende, eine Platte, die ständig weiter leiert. Das aber kann man unterbinden, indem man gut zu sich selbst ist. Sich mal lobt, sich mal die Seele streichelt, sich mal freut über Kleinigkeiten, über ein Lachen oder ein Lächeln oder darüber, dass jetzt der Frühling kommt. Die Fallstricke des eigenen Selbst herausfinden und sich damit aussöhnen, dass man ist wie man ist und dass man nicht anders sein möchte. Mit allen Fehlern, die man gemacht hat, mit allen Defiziten, die man verinnerlicht hat.
Das Selbstvertrauen wächst und die Zufriedenheit mit sich stellt sich wieder ein. Wer mit sich zufrieden ist, der strahlt das auch auf Andere aus. Wer mit sich hadert, ebenfalls. Bei dem bleiben andere Menschen lieber fern.

In die Beziehung mit dem Ex., obwohl ich den geliebt habe wie keinen und den ich irgendwie heute noch liebe, möchte ich niemals mehr zurück. Es war zu viel Stress, zu viel Unsicherheit und zu viel Schlechtigkeiten, die wir uns gegenseitig angetan haben. Er genauso wie ich, die ich eher wehrlos war. Aber auch der Wehrlose entwickelt seine Gemeinheiten.
Meine Lebensqualität ist heute ganz anders als damals und auch mein Selbstbild ist anders. Versöhnlicher und das - oh Wunder - stimmt einen auch gegenüber der Umwelt versöhnlicher.

Die Zeit mit dem Ex. war wichtig, ja sogar unverzichtbar, denn gerade ohne ihn wäre ich niemals, wo ich heute bin. Und das verdanke ich ihm, seinen ganzen Mankos, seinen Verletzungen und daher war es nicht umsonst. Heute bin ich ihm sogar dankbar, ohne dass er es weiß. Wäre er nicht gewesen, träte ich wahrscheinlich immer noch auf der Stelle.

Das Leben ist spannend, sogar wenn es uns Krisen schickt. Und nach einer Krise geht es gesetzmäßig immer aufwärts.
Mach weiter mit Deinem Erfolgsmodell, Pegasus!

Sonnenblume

Pegasus
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Pegasus » Fr 8. Apr 2016, 06:37

Sonnenblume10 hat geschrieben:
Pegasus hat geschrieben:Und Erfolgsstories? --> Ich denke ICH bin eine Erfolgsstory und das ohne ex-back
Das gefällt mir richtig gut! Einer der besten Aussagen, die ich hier gelesen habe!

Das Leben ist spannend, sogar wenn es uns Krisen schickt. Und nach einer Krise geht es gesetzmäßig immer aufwärts.
Mach weiter mit Deinem Erfolgsmodell, Pegasus!

Sonnenblume
Vielen, vielen Dank Sonnenblume.
Das was Du ím letzten Post geschrieben hat, bestätige ich zu 100%.
Genauso sollte man das Leben verstehen und damit umgehen.
Vor allem mit sich selbst ! DAS ist für mich mittlerweile das Wichtigste. (jedoch kein Egoismus)

Ich kann Starre und allen anderen wirklich nur raten: Lasst die Vergangenheit los.
Diese hindert euch selbst an eurer Weiterentwicklung.
Und ändern könnt ihr diese eh nicht mehr. Das Kapitel ist im Buch geschrieben / fest gedruckt.
Lebt im Moment. Lebt DEN Moment und seid dankbar. Lächelt das Leben an. :) und schreibt ein neues Kapitel.
Aus allem was passiert lernen wir für uns. Nehmt es an und alles wird gut.

....und Sonnenblume: Ich gehe meine Erfolgsstory weiter. Da kannst Du sicher sein. Ich habe meinen Weg gefunden. Er war hart (Trennungsjahr), aber dieses Jahr hat mich so viel über mich lernen lassen, viel über Beziehungen und Partnerschaften, hat mich so stark weitergebracht wie in keinen meiner bisherigen 49 Jahre davor :D

LG und viel Kraft/Energie....Chakkaaa
Pegasus
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Ich habe losgelassen und es fühlt sich gut an :-)

Starre
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Starre » Fr 8. Apr 2016, 08:22

Guten Morgen...

gerade habe ich nicht das große Schreibbedürfnis - es geht mir ganz gut. Eben so, wie wir alles es kennen, mit Schwankungen, aber im Großen und Ganzen gut.

Es war mir aber wichtig zu sagen, dass ich Eure Beiträge immer lese und mich über jeden einzelnen freue. Manchmal muss man einfach nichts hinzufügen. Ich finde es sehr schön, dass ihr mich an euren Geschichten teil haben lässt - diese machen mir Mut und geben mir Zuversicht!

Dankeschön :)

Starre
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Starre » Fr 8. Apr 2016, 08:30

A_M hat geschrieben: Ich bin normalerweise gar nicht der Typ für Foren...weder das Lesen noch das Schreiben darin, aber dieses hier ist echt ein Jackpot an Erfahrung und Motivation :-)
This world cannot bring me down cause I'm already here... in diesem Sinne - ich war schon ganz unten, ich hab nichts mehr zu verlieren und es kann nur noch bergauf gehn :-)
Ich wünsche euch alles Gute.
VG, A_M
Herzlich willkommen :)

Bleib einfach dran... Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Es vermittelt einem das Gefühl, dass man nicht meschugge ist, sondern dass dieser Prozess eben einfach dazu gehört. Mit all seinen negativen Gefühlen und den positiven Dingen, die wir daraus lernen können. Und vor allem kommt gut raus - finde ich - dass letztlich doch jede Geschichte ein wenig anders ist und jeder einzelne seinen individuellen Weg zu gehen hat. Aber das genau das eben normal ist.

angefahrenesreh
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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von angefahrenesreh » Fr 8. Apr 2016, 08:55

Ja normal... das sage ich mir auch immer :D

wir müssen für unseren Weg halt die Treppen nehmen, statt den Aufzug.

Aber das wird, ganz sicher :) Alles wird gut, nur Mut!
„Manche Liebesgeschichten sind keine epischen Romane. Manche sind Kurzgeschichten. Aber deswegen sind sie nicht weniger erfüllt mit Liebe.“

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Re: Wann lasse ich endlich los?

Beitrag von Sonnenblume10 » Fr 8. Apr 2016, 12:52

angefahrenesreh hat geschrieben:wir müssen für unseren Weg halt die Treppen nehmen, statt den Aufzug.
Darüber lache ich gerade. Ja, den Aufzug hätte ich mir auch gewünscht als jede dieser verdammten Stufen mühsam hochzusteigen. Was da an negativer Energie drauf geht, ist nicht zu glauben.
Trauer, Kummer, maßlose Sehnsucht, Wut auf ihn, Wut auf mich und dann die schlechten Wünsche für ihn. Möge er doch endlich verrecken, damit ich endlich von ihm los komme. Die Vorstellung, dass ich sein Grab besuchen würde. Auf die Beerdigung wäre ich sicher nicht gegangen, denn ich wollte mich garantiert nicht einreihen in die Riege der von ihm Verlassenen. Die Vorstellung, dass ich ihm am Grab sage: Du bist tot, aber ich lebe noch! Ha!

Wie kleinmütig, unreif und dumm das ist, brauche ich nicht zu sagen. Aber diese Wünsche für den Verlassenden sind wohl auch ein normales Ventil: ich verletze Dich, wenn auch nur in Gedanken. Ich klaue Deinen Schlüsselbund mit allen Schlüsseln, sperre Dich ein im dritten Stock und gehe vergnügt pfeifend und mit dem Schlüsselbund klappernd zu meinem Auto. Er schnallt, was passiert ist, schaut panisch vom dritten Stock herab. Ich aber winke noch fröhlich mit dem Schlüsselbund und steige ins Auto ein, ehe ich das Teil in der Donau versenke.
So was hätte mir vermutlich eine Anzeige eingebracht. Und genützt hätte es auch nicht. Danach wieder die traurige Erkenntnis, dass ich doch immer nur die Dumme war. Schon in der Beziehung und danach auch. Ich war es ja auch, ein dummes Schaf, das sich von Hoffnung ernährt hat. Das Schäfchen hatte sich ausgerechnet in den Hütehund verguckt und suchte Aufmerksamkeit. Da es aber nur ein Schaf unter vielen war, wurde es wieder zurückgeschickt in die Herde. Aber immer wieder kroch es an, legte sich zu seinen Füßen und hoffte auf Dinge, die nicht kamen. Auf Aufmerksamkeit, Lob, Anerkennung, Bestätigung dass ich ein besonderes Schaf bin und auf ganz viel Liebe. Irgendwann wurde der Hütehund des Schafes überdrüssig und er begann zu beißen und er biss da zu, wo es richtig weh tat. Das Schaf schleppte sich wieder in die Herde und heilte seinen Wunden. Um sich wieder zum Hütehund zu begeben. Irgendwann wird er ... meinen Wert erkennen, meine Einzigartigkeit wahrnehmen und schätzen und irgendwann werde ich endlich DIe Partnerin für ihn werden. Stattdessen hatte er doch schon wo anders Morgenluft gewittert, der Schuft.

Das zu sehen, tat weh und ich war und blieb in der Opferrolle. Die Opferrolle bietet verschiedene Vorteile: erstens, man ist Opfer und dafür kann man nichts, denn man ist ja wehrlos. Zweitens, sie ist bequem. Ich muss nichts tun, ich muss nichts hinterfragen, denn ich bin ja nur ein Opfer. Ein Opfer leidet, aber es tut nichts. Die Operrolle blockiert und bietet gleichzeitig einen geschützten Rückzugsraum.
Erst eineinhalb Jahre später wurde mir klar, was ich von ihm gewollt hatte. Er sollte mich auf ein Podest heben, mir endlich das geben,was mir immer zu wenig zuteil wurde. Bestätigung und die Erkenntnis, dass ich besonders für ihn war, dass ich es wert war, dass man bei mir blieb. Er sollte darüber hinaus mein fades und eintöniges Leben richten, für Abwechslung sorgen und das tat er, denn die emotionale Achterbahnfahrt mit ihm war unvergleichlich nervenaufreibend und mehr Angst einflößend als spannend. Wann kam die nächste Schikane? Dieses WE oder erst das übernächste? Es gehört schon eine Portion Masochismus dazu, sich dem auszusetzen, aber das hatte ich ja gelernt. ICh litt schon als Kind oft und das tat ich logischerweise auch als Erwachsene. Ohne Leid kein Preis!
Als mir das mit einem Mal klar wurde, fühlte ich mich schäbig.

Die ersten eineinhalb Jahre nach der Trennung war ich damit befasst, mein Leben wieder auf die Reihe zu bringen, mich wieder einzunorden und mir selbst zu helfen. Ich kann es auch, ohne Dich! Ich brauche Dich nicht! Dann kam eine Phase, wo er mehr und mehr in den Hintergrund trat.
Und dann passierte es, einfach so, in einer alltäglichen Situation. Ich frühstückte gerade und auf einmal war er wieder in meinen Gedanken und auf einmal machte es Klick! Ich hatte es begriffen, durchschaut, erkannt. Die Beziehung zog an mir vorüber wie ein Schauspiel auf der Bühne und aus Tätern wurden Opfer und aus Opfern auch Täter!
Es war hart damals. Ich heulte, aber nicht mehr aus Selbstmitleid, sondern darüber, wie schuftig ich auch ihn ausgenützt hatte.

Diesen Vorwurf hatte er mir mal nach der Trennung gemacht. Ich beklagte, dass er mich ausgenützt hatte und er fragte, ob es nicht auch sein könne, dass ich ihn ausgenutzt habe. Traurig und mit einer Portion Empörung wies ich das zurück. Und dennoch: diese Aussage von ihm hatte mich getroffen. Ich habe sie nicht vergessen und sie drängte sich immer wieder in mein Bewusstsein.

Wenn einen die Aussage eines anderen betroffen macht, steckt immer was dahinter. Es ist was Wahres dran und man sollte das auch hinterfragen. Warum sieht mich der Andere so, warum bewertet er mich so? Meist nicht nur aus Bosheit, sondern weil auch der Andere verletzt wurde und wohl auch zu einem großen Teil Recht hatte.

Es ist soo lange her und doch immer noch präsent. Er war halt was Besonderes für mich, mein Bindungsphobiker, und doch lebe ich besser ohne ihn.

Starre, Du kommst auch raus aus Deiner lähmenden Starre. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, aber bleib nicht nur stehen. Befreie Dich auch mal gezielt daraus und gib Dir einen Tritt in den Hintern. Ab und zu mal, das tut Dir gut. Starre ist nciht ugt, denn sie lähmt und behindert. Dafür ist das Leben dann doch zu schade.

LG
Sonnenblume

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