Der lange Weg...

Die Trennung verarbeiten und nach vorne schauen
Gwen
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Gwen » Sa 17. Feb 2018, 20:36

Liebes Schiffchen,

ja, auch ich verfolge Dich immer noch. :)

Es tut mir sehr leid, was passiert ist.

Dennoch habe ich den Eindruck, Du wiederholst Dich. Statt bei Dir zu bleiben bzw. Dich zu suchen, ist es nun der nächste, an dem Du Dich abarbeiten kannst und den Du so sehr vermisst. Das ist so schade :(. Klar, Du bist einfach noch sehr jung. Wenn ich so an Sonnenblume und mich denke, haben wir es ja wohl auch erst mit Ü50 so richtig angefangen zu checken. Mag eine Persönlichkeitsfrage und auch ein Generationsproblem sein. Wie auch immer, tu Dir bitte den Gefallen, jetzt so gut wie Du kannst für Dich zu sorgen und Deinen Master gut hinzuzimmern. Das ersetzt Dir kein Mann jemals im Leben, was Du jetzt eventuell vermasseln könntest. Kenne ich übrigens auch von mir, ich hab mich in doofen Situationen immer gern an Männer gehängt. Hilft nur nicht. Macht ein Problem mehr.

Dieser Mann ist wieder nicht das wert, was Du da interpretierst. Ein guter Typ lässt Dich nicht in so einer anstrengenden Situation noch eine Wohnung suchen. Und auch diesmal wird es wieder dauern, bis Du es mal erkennst. Und das blabla hälst Du noch hoch. Er hat Dich zur Unzeit im Stich gelassen und nicht nur das Gefühl, dass er es hätte. Er konnte mehr geben, wenn er gewollt hätte. Wollte er nicht. Prinzipien, Tiefgrund und Reflektion stelle ich mir echt anders vor. Und jemand, der verantwortungsbewusst und reflektiert ist, unterschreibt keinen Mietvertrag, wenn er sich eigentlich schon trennen will. Der sucht das Gespräch. Für mich hast Du nicht hingesehen, wer er ist.

Ist vielen schon passiert, mir auch, auch mehr als einmal.

Sortier jetzt Deine Prioritäten: Master, Wohnung, Job und dann Therapie. Das wird, bis Du auf einem besseren Weg bist, dauern. Aber es lohnt.

Diese Beziehung stand nie auf guten Füßen. Du hast ihn als Tröster und Therapeuten missbraucht, was er damit im Einzelnen wollte, keine Ahnung. Aber es wird ihm was gebracht haben, sonst hätte er es nicht gemacht.

Anmerken möchte ich trotzdem noch, dass ich so manches mal dachte, ob ich jetzt was sage, weil Du wieder Aussprachen und Diskussionen anzetteln musstest. Natürlich wird auch er Dir nämlich viel nicht gegeben haben, was Du suchtest. Es ist wieder dieser Typ Mann und ich denke, dass Du das noch nicht begriffen hast. Und weil er nun weg ist, kommt er wieder aufs Podest. Von diesem Typ Mann kannst Du Dich möglicherweise nie befreien, aber man kann eben anders damit umgehen, wenn man fitter ist. Und ein harmloseres Modell aus dieser Schublade wählen.

Egal, versuch Deinen Kummer erstmal im Zaum zu halten, es gibt Wichtigeres zu tun. Du befasst Dich dann damit, wenn Du Zeit dafür hast.

Ich drück Dir sehr die Daumen für den Master und wünsche viel Glück für die Wohnungssuche.

Alle Männer, denen Du begegnen könntest, habe ich vorsorglich eingesperrt :D.

Ist echt alles nicht einfach gerade, aber Du packst das!!!

Dicken Drücker
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von lillifee07 » Sa 17. Feb 2018, 21:35

Hallo Schiffchen.....
Ich bin heute auf deinen Thread gestoßen, ich hab mich durchgekämpft und mitgefiebert......nun leider, hatte ich was anderes erwartet!

Ich muss sagen, er war ja echt geduldig mit dir!so schnell wie du fröhlich und stark warst, könntest du 10 später völlig platt und verheult am Boden liegen🤔und das ganze über so einen langen Zeitraum?
Ich möchte sagen: lass dich nicht hängen!wenn du den Absprung nicht schaffst und nicht auf die Beine kommst, dann hilft nur noch zwangskur oder Klinik!du verstümmelst dich selbst!!!

(Ich bin auch angeschossen wurden, nicht nur einmal.aber ich schaue jetzt seine Entscheidung zu akzeptieren!die Hoffnung auf einen Neuanfang gebe ich nicht auf ABER ich muss, ob ich will oder nicht, ihn respektieren.wenn ich diese Grenze überschreite, hab ich‘s wohl ganz verschissen🤨)

Lg

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von lillifee07 » So 18. Feb 2018, 13:56

Hallo Schiffchen, dann liest es sich wahrscheinlich immer nur so „dramatisch“...ich hatte den Eindruck, das geht jetzt sicher von vorn los!ABER....man muss sagen, jede Trennung ist anders, vielleicht bekommt ihr das friedlicher hin ohne, dass du solange daran hängst?und vielleicht wird das zwischen euch nochmal was, zusammenziehen war vielleicht doch überstürzt, jedoch nur weil du immer noch in Gedanken woanders bist und mit der damaligen Trennung noch nicht abgeschlossen hast?ehrlich, ich hätte das nicht gekonnt und irgendwie hast du ja auch immer mal gezweifelt, ob es richtig oder falsch ist, was mit dem neuen ist!ihr müsst Ruhe finden, du....und er.....und vielleicht ergibt es sich doch nochmal aber auf einer ganz anderen basis😉

Das mit der Kur oder Klinik sagte ich, weil ich immer wieder den Satz von den anderen Mitgliedern las „du hast dich fürs leiden entschieden“...1x wöchentlich bei einer Beratung, 1 ständiges Gespräch, das ist zu wenig meines Erachtens!gerade wenn es intensiv wird ist die Zeit um, so ungefähr.das ist jetzt auch nicht böse gemeint!

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Gwen » Mo 19. Feb 2018, 15:39

Liebes Schiffchen,

ich schreib Dir noch mal schnell, obwohl ich jetzt gerade eigentlich Powerschlafen sollte.

Beim Ende fange ich an, Du wirst nie wirklich bei Dir ankommen. Du kannst Dich auf den Weg machen, aber auch ich merke immer wieder, dass ich mich überrasche. Mal positiv, aber eben auch immer mal wieder eigentlich unangemessen negativ. Dinge, die ich besser weiß, tue oder unterlasse ich trotzdem. Perfektionismus ist der Tod von Leben, Ängste auch. Wir dürfen Fehler machen, und vielleicht waren es sogar gar keine Fehler, sondern Fehlentscheidungen im Vorfeld?
Ich bin leider auch kein guter Entscheider und wenn man das dem Leben überlässt, wird man öfter mal draufzahlen. Wichtig ist nur eins: Immer wieder aufstehen für sich selbst und das ist manchmal verdammt hart. Ich hatte schon Probleme an allen Ecken, manchmal ist dann sogar Liebeskummer echt nur ein Wurm.

Zu dem Mädel da, wenn Du das Standing gehabt hättest, hättest Du ihm fröhlich pfeifend erklärt, mach mal. Entweder er ist ein Idiot und macht wirklich was oder er bewundert Dich dafür. Tagelange Krisensitzungen in einer noch nicht so langen Beziehung sind recht anstrengend für viele Männer. Ja und es zeigt eben Deine Abhängigkeit. Weißt Du ja auch schon alles. Das Thema ist doch, dass Du Dich nicht genug betüdelt gefühlt hast. Das Gefühl kann sogar vollkommen richtig sein, wegen falscher Mann bzw. eben das alte Kindheitsmuster und jetzt will ich endlich auf den Arm, sonst heul ich, verstehst Du? Diese Ohnmachtsgefühle kenne ich gut, wenn dann geblockt wird oder sie machen, was sie wollen. So eine Beziehung produziert nur eins, eine Abwärtsspirale: Du fühlst Dich immer schlechter, während Herrchen seiner Wege geht. Jo und dann geht ja eh nichts mehr.

Häng Dich nicht an 4 Wochen, die vermeintlich gut liefen. Vielleicht konnte er sich nur mehr öffnen, weil er wusste, dass er gehen wird? Du wirst sicher auch noch Deinen Teil im Kopf dazu tun, diese Zeit aufzuhübschen. Eine normale Trennung bahnt sich langsam an und wird über längere Zeit realer. Jedes falsche Wort macht einen Tropfen im Fass. Und genau deshalb macht es keinen Sinn, darüber zu grübeln. Schuld gibt es eh nicht, es gibt suboptimale Verhaltensweisen an denen man arbeiten kann.

Und man könnte im Idealfall lernen, welche Männer besser zu umrunden sind und eigentlich *don't touch* auf der Stirn haben, statt *nimm mich*.

Klar ist eben, wenn man früh Grenzen setzt, wird sich die Spreu verflüchtigen und mit den anderen könnte man arbeiten, wenn man sich selbst halbwegs verstanden hat und seine Bedürfnisse und Motivationen.

Bei ihm zu bleiben, wird Dir nicht gut tun, Miete Dir eine Butze, Schreibtisch, Matratze, wohnlich kommt später. Das ist Pseudonähe und Du sitzt auf dem Pulverfass. Wenn er morgen sagen würde, Du nervst, bist Du auch von der Rolle. Du hast so oder so nun grad keine gute Zeit, aber so bist Du von seiner guten Laune abhängig. Dass er da ist, bringt Dir nichts. Leider.

Und Du hast da nix verkackt, Du hast eben wieder so einen ausgesucht und das Resultat siehst Du nun.

Ist normal, kann man ändern und nun weiter in Deinem Leben :D.
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Gwen » Di 20. Feb 2018, 17:28

Ach Schiffchen,

ich weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll, was ich sagen will schon, aber wie es Dir beibringen?

Wir haben alle unterschiedliche Geschichten und sind verschieden. Also nimm Dir vielleicht den einen oder anderen Gedanken und vergiss den Rest.

Ich nehme Texte oft sehr intuitiv wahr und hänge nicht am einzelnen Wort. Bei Dir habe ich den Eindruck, dass Du jeden Mann zum Prinzen auf dem weissen Pferd machst. Und das ist kein Mann. Keiner wird Dich retten. Das kannst Du nur selbst. Und Wissen und Umsetzung sind 2 Paar Schuhe. Für diese Erkenntnis habe ich Jahrzehnte gebraucht.

Ihn wolltest Du im Grunde nie. Nun klingt aus Deinen Texten nichts anderes als der Rückeroberungswunsch. Ja, Distanz schafft das Verlangen nach Nähe. Aber ich behaupte mal frech, dass er es nicht ist. Das ist Gewohnheit und Erlebnisse, die man eben mit einem Menschen verbindet. Liebe ist etwas ganz anderes, was Du vielleicht noch gar nicht kennst. Eine tiefe innere Wärme und der Wunsch, dass es dem anderen gut gehen möge, auch wenn man daran gar keinen Anteil mehr haben würde. Verzeihen, Toleranz, Respekt. Daraus entspringt dann auch das Gefühl, den anderen gehen lassen zu können. Dazu kommen die Gründe, die man irgendwann erkannt hat, warum es nicht gepasst hat.

Diese Klammerei und ich will mir nichts verderben, das hat mit Liebe nichts zu tun.

Du wirst bei jedem Mann in Deine Muster verfallen. Und lass Dir eins gesagt sein, innere Stärke hat nichts mit der Anzahl Deiner Unternehmungen oder Freunde zu tun. Das tut sicher gut und lenkt ab, bringt aber - ok, abhängig davon was und wer es ist - wenig für Selbsterkenntnis.

Beziehungsdynamik geht relativ einfach. So lange Du signalisierst, dass Du gar nicht so sicher bist mit dem Typen und ein eigenes wichtiges Leben hast, wird er stramm stehen. Dann irgendwann kommt der Gedanke, dass er ja so toll ist. Und dann schrumpfst Du, weil Du ihm gefallen willst, damit er nicht geht. Und da ist sie, die Abhängigkeit. Er spürt das und fängt an, Dir auf dem Kopf rumzutanzen bis Du ausgedient hast. Die Kunst ist, sein eigenes Sein wichtiger zu nehmen als es irgendeine Beziehung je sein könnte. Das erhält die Anziehung. Und ohne geht nichts.
Bei Euch kommt die Dauer hinzu. Wir sind uns ja wohl einig, dass es eine schräge Basis war. Und im Zeitpunkt von ungefähr 2 Jahren entscheidet sich, ob man etwas Langfristiges eingeht. Er hat dagegen entschieden und dieser Grund gibt für mich den Ausschlag zu sagen, dass Du die Finger davon lassen solltest.
Auch Deine Aussage, ihr habt Euch in den letzten 4 Wochen angenähert, aber Euch so eher nicht gesehen? Hör auf mit diesem ungesunden Mist.
Sage ich, die eine komische Fernehe führt. Also bei dem Thema bin ich fit ;).

Hör auf, Dich ihm mitzuteilen und hör auf Gespräche zu suchen!
Mal davon abgesehen, dass ich nicht an das Märchen glaube, dass komplette Transparenz attraktiv macht, wirst Du erst mit Distanz und Abstand Erkenntnisse gewinnen. Alle Antworten, die Du brauchst, sind in Dir. Du kannst oder willst sie nur noch nicht sehen. Was sollte er Dir denn sagen, wo Du Deine Antworten nicht mal kennst? Lerne mehr darüber wie Männer ticken. Jedenfalls grundsätzlich nicht emotional. Seine Erleichterung, das Gespräch nicht führen zu müssen gilt auch noch nächste Woche. Sprich ihn bitte nicht darauf an. Und lass Körperkontakt sein. Das tut Dir nur im Moment gut, längerfristig nicht.

Soweit meine Predigt für heute :D.

Was macht der Master, was die Lieblingswohnung? Das sind die interessanten Fragen!

Alles Liebe Dir
Gwen
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lillifee07
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von lillifee07 » Di 20. Feb 2018, 21:30

Sorry Schiffchen wenn ich jetzt grad störe, vielleicht eröffnen wir dazu nen eigenen Thread.....ich denke es gibt etliche Frauen, die DAS nicht verstehen❓Dachten, das „müsse“ so sein❓Man will seinen Mann/ Freund dich nicht vor den Kopf stoßen ❓also mich beschäftigt das im Moment seeehr und ich klaue jetzt mal GWEN ihr Zitat:
„Beziehungsdynamik geht relativ einfach. So lange Du signalisierst, dass Du gar nicht so sicher bist mit dem Typen und ein eigenes wichtiges Leben hast, wird er stramm stehen. Dann irgendwann kommt der Gedanke, dass er ja so toll ist. Und dann schrumpfst Du, weil Du ihm gefallen willst, damit er nicht geht. Und da ist sie, die Abhängigkeit. Er spürt das und fängt an, Dir auf dem Kopf rumzutanzen bis Du ausgedient hast. Die Kunst ist, sein eigenes Sein wichtiger zu nehmen als es irgendeine Beziehung je sein könnte. Das erhält die Anziehung. Und ohne geht nichts.“
Wie gesagt, wir können auch umleiten, so dass es nicht Schiffchens Geschichte stört🤔

Schiffchen zu dir, halt die Ohren steif!nicht einknicken!

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Sonnenblume10 » Mi 21. Feb 2018, 11:01

schiffchen92 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 22:31
Das ich zur Stalkerin werde und jedes Licht in seiner Wohnung werten werde...
Es tut weh sich das einzugestehen und macht nur noch mehr Angst...
Genau das wirst Du tun. Du wirst instinktiv und ungewollt zum Fenster schauen. Licht an - er ist daheim! Womöglich könnte ich doch mal kurz vorbei schauen und einen Tee mit ihm trinken? Vlt würde uns das beiden gut tun und wir könnten wieder mal Seelenstriptease betreiben (daran finden in erster Linie Frauen was, während es Männern meist peinlich ist oder sie finden es uninteressant). Aber wer weiß, was er tut? Vielleicht hat er Besuch? Kann das sein, womöglich gar weiblichen Besuch?
Also schleichst Du wie der getretene Hund gesenkten Kopfes an seiner Wohnung vorbei.

Das Licht ist aus, also nicht zu Hause. Wo der sich wohl rumtreibt? Womöglich lenkt er sich ab mit Freunden oder gar Freundinnen oder gar einer, die die nächste werden könnte?
Verdammte Sehnsucht, verdammte Eifersucht! Ich weiß nichts mehr von ihm, aber ich denke, ihm geht es gut, denn der Schuft (Verzeihung:in Deinem Fall der edle Ritter!) hat ja alles was er will.

Diese Gedanken werden Dir in der ersten Zeit regelmäßig durch den Kopf gehen. Ich hatte mal einen, der wohnte neben einem Supermarkt, in dem wir ab und an gemeinsam eingekauft hatten. Ach, es war ja so toll und so schön mit ihm Lebensmittel auszusuchen! Denn er war ja so toll und hübschte mein Selbstgefühl mächtig auf! Nur so lange, bis ich so war wie Du. Eine Frau, die gefallen wollte, die sich verbogen hatte und die Angst hatte, dass seine Begeisterung nachließ. Das war der Anfang vom Ende, denn ich wurde langweilig und reizlos und dann wollte ich immer mit Gesprächen die schiefe Beziehung wieder auf Kurs bringen. Gähn, schon wieder ihr Psychokram und dauernd geht es um Erkenntnisse und Analysen und Definitionen. Kotz, das geht mir echt auf den Seier! Und dann tut sie alles für mich und ist immer sooo freundlich und sooo heiter. Das ist ja echt nur gespielt. Wo bitte ist da Authenzität? Nicht vorhanden!

Als es vorbei war, tat es mir Monate lang weh, an diesem Supermarkt nur vorbei zu fahren. Jedes Mal ein Stich ins Herz und eine Erinnerung an den, der mich abserviert hatte, weil er was Besseres gefunden hatte.

Aber es wurde besser. Was anfangs immer weh tat und mir die Tränen in die Augen trieb, flachte ab und irgendwann fuhr ich vorbei und empfand nur noch ein leichtes Wehgefühl. Und dann, eines Tages fuhr ich vorbei und fühlte gar nichts mehr. Der Typ war mir egal, lebte sein Leben und ich hatte schrittweise meines wieder gefunden.

Es ist wie es ist und Du kannst daran wachsen. Aber es bleibt auch nichts wie es ist, denn das Leben ist Veränderung.

Vielleicht solltest Du Dich mal ein bißchen an die Kandarre nehmen? Wo ist Dein Stolz? Den gibt es nicht, denn solltest Du ihn jemals gehabt haben, hast Du ihn bei ihm abgegeben. Wo Dein Trotz? Ich schaffe es auch ohne ihn, ha, der soll mal sehen! Gibt es nicht.
Wo Deine Eigenliebe? Ich bin trotzdem okay so wie ich bin und nur weil der mich nicht mehr mag, ändert das nichts daran, dass ich mich in Ordnung fühle und weiß, dass ich mich auf mich verlassen kann. So was kennst Du nicht, denn das ist nur für die Anderen und nicht für Dich!

Wenn ich Deinen selbstmitleidigen Post so lese, möchte ich Dir am liebsten einen Tritt in den A... geben, damit Du endlich mal aufhörst mit der endlosen Selbstzerfleischung und eines Tages zu leben anfängst. Du lebst mit den großen "Zs" und die heißen: Zweifeln, zögern, zaudern und Zerfleischung des eigenen Selbst.

Hock Dich hin und kümmere Dich um das, was getan werden musst. Es geht hier um Deine Zukunft und der Ex. wird die sicher nicht richten. Dem ist es egal, wie Du weiter machst. Du stehst vor der Masterarbeit, also arbeite dran und wenn das geschafft ist, wird es Dir schon ein Stück besser gehen. Du kannst natürlich wahlweise so weiter machen und sie liegen lassen und verschludern. Dann dauert es halt noch ein paar Monate länger, ehe Du auf die Füße kommst. Was das wiederum für Dein Selbstgefühl bedeutet, brauche ich Dir nicht zu sagen.

Du hast Deinen Ex. benützt, um Dir selbst zu helfen. Denn er sollte Dir auf die Füße helfen, damit Du den Ex-Prinzen vor ihm vergisst. Das hast Du nicht getan, denn Du hast den, der Dich nicht mehr wollte, auf ein Podest gehoben und wolltest einfach nicht einsehen, dass Deine Zeit vorbei ist. Das ist Verrat an der neuen Beziehung! Und die Quittung bekommst Du jetzt. Vieles von dem, was Du tust, ist nicht etwa altruistisch, sondern von Eigennutz geprägt. Hilf mir, dass ich den Ex vergesse, kümmere Dich um mich, das arme Schiffchen. Möble Du mein Leben auf, sorg dafür, dass meine Traurigkeit vergeht. Bitte richte Du mein Leben! Bitte liebe Du mich, damit ich mich selber ein bißchen lieber haben kann.

Das sind Deine Beweggründe und das waren auch meine. Aber das erkannte ich erst ca. ein Jahr nach der Trennung oder noch später.
Da sah ich, dass ich ihn benützt hatte und für meine eigenen Zwecke missbraucht hatte. Dabei hatte ich doch immer das Gefühl gehabt, ich sei ja so edel gewesen und so uneigennützig.
Das Unterbewusstsein geht verschlungene Wege und nichts liegt offensichtlich vor einem.

Nichts für ungut, aber das musste ich jetzt mal los werden!

Sonnenblume

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Gwen » Mi 21. Feb 2018, 15:47

Schiffchen, ich würde die ALBtraumwohnung nicht nehmen. Wer es schafft, binnen weniger Tage eine Wohnung zu finden, findet auch noch eine zweite. Du hälst damit Deine Abhängigkeit noch höher am Laufen. Mach das nicht. Dein Unterbewusstes wird genau aus dem Grund Hurra gebrüllt haben, damit der Kontakt quasi nicht abreisst. Du kommst in die nächste jahrelange Spirale.

Dieses ganze Chaos kommt Dir natürlich gerade recht, damit Du Deinen Master nicht weiter schreiben musst. Ich hatte auch sehr viele Ängste vor den Staatsexamina und habe allerlei verschlungene Auswege gesucht. Irgendwann wirst Du abgeben müssen. Du kannst noch so viele Umwege laufen. Als Immer-noch-Neandertaler verfallen wir entweder in Starre oder flüchten, wenn etwas Ängste beschwört. Beides sind heute keine adäquaten Muster. Nur Angehen / Angriff hilft. Der olle Schweinehund muss da mal weggesperrt werden. Ist ja nur für kurze Zeit.

Was ich in meinem letzten Beitrag vergessen habe:
Ich hatte noch nie eine *erfrischende* Therapiesitzung. Wenn es ans Eingemachte geht, ist das schon auch quälend. Eine Thera soll einem keine netten Gefühle bereiten, sondern Erkenntnisse. Seid ihr an dem Thema Verlustangst dran?

Woher kommt Deine Signatur?
Ich finde den Ansatz, dass man teilnehmen muss, um zu schauen völlig falsch. Man kann schauen und wegschauen, wenn es nicht gefällt. Teilnehmen muss man noch lange nicht und sollte man auch oft nicht. Und das ist aus meiner Sicht, ein Weg, den Du gehen könntest. Hinschauen und wenn es nicht gut tut, weggehen. Ohne Teilnehmer zu sein. Jedenfalls was Männer anbelangt.

So long für heute,

Gwen



@lillifee
Eine Diskussionsrunde in diesem Forum eröffnen zu wollen, wird zu wenig führen. Ich habe mir meine Kenntnisse überwiegend selbst angeeignet. Es gibt sehr viele Foren mit kostenlosem Material und das ein oder andere Buch, das man gelesen haben könnte ;). Tante google darf man auch befragen zu den einschlägigen Stichworten.

*Hallo Tarzan!* finde ich zum Einstieg ganz gut. In jeder Beziehung gibt es ein Machtgefälle und wenn man das verstanden hat, wird man nie wieder auf dem Teppich rumkrauchen wollen. Wer will schon immer der Looser sein? ;) Ein in sich klarer Mensch, der Grenzen und Werte hat und diese angemessen verteidigt, ist interessant und wird geliebt. Eine, die ihr Leben lebt und ihm seins lässt. Die anderen werden irgendwann aussortiert (die Versorgerin und Übermutti zB, die Zicke und Streitelse sowieso). Klingt hart, funktioniert aber so. Hintergrund: Starke Eltern zeugen vermeintlich starke Nachkommen.
Ein anderes Thema ist screenen. VOR der Beziehung so genau wie möglich hinschauen, wen man da vor sich hat und warum. Aber das geht hier alles ein bisschen zu weit.
Viel Spaß beim Lesen!
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lillifee07
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von lillifee07 » Mi 21. Feb 2018, 23:19

Danke GWEN für den Tipp 👍

knoff
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von knoff » Fr 23. Feb 2018, 20:49

Schiffchen, es ist sicher nicht alles perfekt, aber ich bin mir sicher, dass der Weg vom Grundsatz der richtige ist. :)
Der Punkt mit der neuen Therapie finde ich sehr interessant. Klingt für mich wirklich so, dass die neue Nummer besser zu dir passt. Ich bin gespannt, was es dir bringt und in welche Richtung das weiter geht.

Ihr lieben, genießt das kalte, aber sonnige Wochenende!

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