Der lange Weg...

Die Trennung verarbeiten und nach vorne schauen
fromXwithLove
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von fromXwithLove » Mo 23. Mai 2016, 08:22

Liebes schiffchen,

die Wunde anschauen, ein bisschen an der Kruste kratzen weil man denkt es geht schon und dann doch erstaunt sein, dass es weh tut - ja, so kenne ich das ab und an auch von mir. :roll:
schiffchen92 hat geschrieben:Und trifft mich wieder enorm... Gibt mir wieder das Gefühl, dass er sich bei mir nur unter Druck gesetzt gefühlt hat, dass alles was ich getan habe nicht genug war.Dass jede Minute in der ich zurück gesteckt habe, um ihm aufzubauen, niemals bei ihm ankam...
Du weißt nicht, ob er sich unter Druck gesetzt gefühlt hat, oder nicht. Du weißt auch nicht, ob es bei ihm ankam oder nicht. Du weißt nicht, auf was dieses Lied bezogen ist. Du weißt nicht wie deren Beziehung aussieht. Du weißt nicht, wie er sein Leben im Moment lebt.
Du hast damals alles und noch mehr für ihn getan - vielleicht wusste er es am Schluss einfach nicht mehr zu schätzen. Vielleicht musste er ausbrechen aus dem Ganzen. Vielleicht hat er erkannt, dass er einfach immer zu schwach sein wird. Vielleicht hatte all das nichts mit dir als Mensch zu tun, sondern nur mit ihm. Diese "vielleichts" bist du schon alle durchgegangen - ja, es gibt keine passende und vor allem zufriendenstellende Antwort dafür. Er hätte auch einfach mal auf den Tisch hauen können und sagen "so nicht, ich will das nicht. Ich möchte dass wir den Weg einschlagen, dies und jenes machen, probieren, versuchen .." hat er nicht. Denn wer sich in der Opferrolle gefunden hat, der haut womöglich nicht auf den Tisch.

Eines Tages wird dein Ex zu schätzen wissen, was du alles für ihn getan hast. Womöglich jetzt noch nicht, denn es ist noch "zu früh" um objektiv zu sein, auch wenn er sich getrennt hat. Aber eines Tages wird er sehen, wie aufopfernd du warst und was du für ihn tun wolltest / gemacht hast.
Das wird dich aber dann nicht mehr interessieren und du wirst es womöglich auch nie erfahren.
Nur mal am Rande.

In all dem "kümmern" und "definieren", in all dem "verantwortlich fühlen" und "helfen wollen", hast du leider den wichtigsten Menschen verloren. DICH.
schiffchen92 hat geschrieben:Und kann mir auch jetzt nicht vorstellen, warum man mit mir in einer Beziehung sein sollte...
Puh...
"Puh" sag ich auch!
Ich dreh die Frage um. Warum sollte man nicht mit dir in einer Beziehung sein wollen?
Nur weil dich ein einziger Mensch nicht mehr will, heißt das nicht, dass du nicht liebenswert bist, Schiffchen. Du musst dich in deiner jetzigen Partnerschaft nicht kümmern, so wie du es bei deinem Ex getan hast, aber das heißt nicht, dass du deshalb "wertlos" (um es jetzt mal hart auszudrücken) bist. Kann es sein, dass du deine "Aufgabe" in deiner momentanen Beziehung suchst? Kann es sein, dass wenn du für "nichts verantwortlich" bist, du irgendwie den Sinn verlierst? Denkst du "wenn ich nicht zuständig für dies und jenes bin/sein kann/sein soll/sein muss, warum möchte man dann mit mir zusammen sein"?

Fühl dich gedrückt!
Alles Liebe.
X.

angefahrenesreh
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von angefahrenesreh » Mo 23. Mai 2016, 19:15

finde beide letzten beitrage sehr treffen, jeder hier war mal in schiffchens Situation, und kennt diese Gedankengänge.
Aber die Antwort ist natürlich auch korrekt, nur manchmal fehlt einem die Kraft und der GLaube an sich, dass zu verinnerlichen.

Weiterhin viel Kraft :)
„Manche Liebesgeschichten sind keine epischen Romane. Manche sind Kurzgeschichten. Aber deswegen sind sie nicht weniger erfüllt mit Liebe.“

Starre
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Starre » Fr 27. Mai 2016, 16:33

Ohja....das kenn ich.... Warum ist das so? Warum will irgendwas in uns das nicht aufgeben. Ich hab manchmal das Gefühl, bei mir würde so eine Leere entstehen, dass sich mein Herz lieber an etwas hängt, was nicht da ist, als dass da gar nichts mehr ist.

Bezüglich Deinem vorletzten Post: Das mit dem Nachschauen hatte bei mir ja schon mal komplett aufgehört. Und dann wieder angefangen. Keine Ahnung warum. Kann nur sagen, es hatte tatsächlich von alleine aufgehört. In einer Zeit, wo ich einfach meine Ruhe vor ihr wollte. Die Zeit ist um...und schon merke ich, wie die Gedanken hochkommen, dass es doch nicht sein kann, dass jemand, der mich mal so geliebt hat (und das hat sie) das plötzlich nicht mehr tut und stattdessen jemand anderen. Das kommt einfach nicht an. Und wenn es mal für ein paar Minuten ankommt, tut es so weh.... Also vielleicht doch alles Schutz. Ich glaub ich muss den Schmerz noch mehr zulassen. Die Wahrheit.

fromXwithLove
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von fromXwithLove » Di 31. Mai 2016, 18:26

Liebes Schiffchen,
schiffchen92 hat geschrieben:Ich habe darüber auch gestern mit meinem Freund gesprochen & er meinte, dass es mir keine 'Aufgabe' geben kann.
Er mag meine empathisch Seite, meine fürsorgliche. Aber er löst seine Probleme gerne selbst, er braucht dafür niemanden. Er redet mit mir darüber, aber will es selber 'ausführen'.
Das ist so 'normal' :D da muss ich gerade selbst drüber lachen.
Aber da liegt wohl mein Problem... Ich habe mich eigentlich nur noch drüber definiert und dann wahrscheinlich noch extrem viel über mein Studium, aber nie uberlegt was wirklich in mit liegt, was ich gerne mache, was mich glücklich macht oder irgendetwas in die Richtung...
..dann hast du jetzt eine Aufgabe. Nämlich auf DICH zu schauen. Zu schauen was dir gut tut, wer du bist, was dich glücklich macht, was du für Ziele hast. Damit hast du eine zeitaufwändige Aufgabe und eine wahnsinnig wichtige!

Wie klappt es mit dem nachschauen auf Instagram? Hältst du dich an die Tage? Du kannst mir aber glauben: das vergeht. Das nachschauen vergeht irgendwann, denn irgendwann hast du gar kein Interesse mehr daran. Bei mir war das teilweise extrem - da hab' ich im Minutentakt geschaut was es neues gibt. Ich hatte ihn aber auf Facebook gelöscht (das war damals mit ihm so abgesprochen), aber irgendwas findet man immer. Irgendwo bei irgendwelchen seiner Freunden oder sonst wo. Was es bringt? Gar nichts. Ich habe beim "nachschauen" (ich will nicht stalken sagen :lol: ) nie etwas gefunden mit dem ich "arbeiten", abschließen oder sonst etwas konnte. Ich hab gekonnt 1000 nicht vorhandene Dinge hineininterpretiert, hab mich selbst gequält um im Endeffekt zu merken "es tut immer noch höllisch weh". Irgendwann habe ich immer weniger nachgeschaut, hatte teilweise kein Interesse (weil ich erkannt habe, dass es einfach virtuell ist, ich in alles etwas reininterpretieren kann das mir nicht gut tut und es mich im Grunde nicht weiter bringt, sondern immer zurückwirft). Ich schaue heute noch, aber nicht mehr mit der Häufigkeit und im Nachhinein bereitet es mir auch nie Kopfzerbrechen.

schiffchen92 hat geschrieben:Er möchte mit mir gerne noch eine 'Abschiedszeremonie' durchführen, diese Stuhlübung...Dafür soll ich mir Dinge uberlegen die mit schwer fallen los zu lassen und leicht..
Habt ihr das schon getan?

schiffchen92 hat geschrieben:Das hat mir nochmal einen Stich versetzt und mir wieder gezeigt wo ich stehe...
Es hat dir gezeigt wo du stehst - genau richtig. Und das ist gut so, auch wenn es weh tut. Aber so weißt du für dich, wie weit du schon gekommen bist. Die Gefühle zu all dem verändern sich mit der Zeit. Mal wird es dir wieder einen Stich geben, mal wirst du dem Ganzen keine zu große Bedeutung geben. Dein Herz meldet sich immer wieder zurück und sagt dir somit, wie weit du gerade bist.
schiffchen92 hat geschrieben:Aber wenn man sich dafür entscheidet stark zu sein, stärker als das andere zu sein, dann bekommt man das hin. Auch wenn der Tag lang ist. Man hat immer eine Wahl, man muss nur stark sein.
Ein schöner Satz, Schiffchen. Auch wenn der Tag lang ist, auch wenn der Weg steinig ist. Auch wenn es doch noch weh tut - du bist weiter gekommen als du warst. Du gehst in kleinen und großen Schritten vorwärts. Mal bleibst du stehen und schaust zurück. Mal machst du vielleicht auch keinen kleinen Schritt in die andere Richtung, aber die meiste Zeit über gehst du weiter. Auch wenn du das selbst nicht siehst. Diese Erkenntnis kommt erst später. Irgendwann wirst du da stehen und sagen "so weit bin ich schon gegangen?" Und irgenwann wirst du froh sein, dass all das genau so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Alles Liebe!
X.

fromXwithLove
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von fromXwithLove » Fr 3. Jun 2016, 13:04

Liebes Schiffchen,
schiffchen92 hat geschrieben:Bei Facebook hat jemand eine Erinnerung geteilt, wo er auch drauf ist. Ich kenne diese Personen nicht, und er sieht auf dem Foto echt ganz happy aus. Zuerst dachte ich: "Oh wow, er hat die Haare wieder länger und sieht echt happy aus." Dann habe ich gemerkt, dass es von letztem Jahr ist.
Und ich weiß nicht ob es übertrieben ist, aber dass ich diese Menschen nicht wirklich kannte und mich nicht erinnere, dass er mir von diesem Tag berichtet hat, sagt ziemlich viel aus. Mir hat er immer nur die 'schlechte' Seite gezeigt, nicht dass es ihm gut geht, dass er Spaß hat etc.. Ja er hat etwas mit diesen Leuten unternommen und er hat sich da wohlgefühlt, aber dieses Bild hat noch einmal eine andere Qualität davon vermittelt... Versteht ihr was ich meine?
Ich kann das nur begrenzt verstehen, aus dem einfachen Grund weil ich nie eine Fernbeziehung geführt habe. Ich kannte alle Freunde meines Ex und auch die meisten Menschen mit denen er unterwegs war (abgesehen von Kollegen oder Ähnlichem), aber ich kann verstehen, dass dir das mal eine andere Seite gezeigt hat. Er hat dir oft nur vermittelt, dass es ihm nicht gut geht und dass er nicht glücklich ist und dann findest du dieses Foto, von genau jener Zeit, in der es ihm eigentlich schlecht ging.
Vielleicht hast du auch immer nur seine schlechten Momente gesehen und gar nicht bemerkt, dass es ihm auch an manchen Tagen echt gut ging. So nach dem Motto "den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen". Das heißt nicht, dass du etwas falsch gemacht hast, das möchte ich hier ganz klar sagen, denn ich weiß, dass du vielleicht jetzt wieder das Gefühl hast doch versagt zu haben. Das hast du aber nicht. Du hast dich sehr auf diese Aufgabe fixiert ihn zu heilen, ihm Lebenslust und Glück zu schenken. Er konnte es aber nicht annehmen.

schiffchen92 hat geschrieben:ich möchte kein 'kälterer' Mensch werden oder sonstiges... Ich brauche mehr Zeit als andere und es ist okay.
Das ist gut so, dass du nicht kälter werden möchtest. Ich bin auch so ein Mensch, der noch ein bisschen kämpft, noch ein bisschen weiterläuft, noch ein bisschen hofft, wo alle anderen vielleicht schon lange gegangen wären, aufgegeben hätten, sich umgedreht hätten. Nimm dir die Zeit die DU brauchst. Es ist dein Leben und es ist vollkommen okay, wenn du noch nicht darüber hinweg bist - es gibt keine Vorgabe wie lange man für etwas brauchen darf. Immerhin gehst du ja dennoch weiter, wenn auch vielleicht in kleineren Schritten als andere Leute. Aber wie ich immer sage: jedes Herz ist individuell und braucht seine eigene, ganz persönliche Zeit.
schiffchen92 hat geschrieben:Und auch wenn es man vielleicht nicht so herauslesen kann: Mir geht es irgendwie besser. Ich bin noch lange nicht über den Berg und ich denke, dass es mich immer wieder neu runterziehen kann.Aber ich wache morgens auf und es dauert bis mein erster Gedanke zu ihm geht. Ich finde langsam meine Motivation wieder meinen Tag zu gestalten, ich habe langsam neue Pläne für meine Zukunft. Und für mich gerade das Schönste: ich verliebe mich neu in meinen Freund.Nach dem Gespräch geht es mir viel besser. Wir hatten ein wunderbares Wochenende, weil er Geburtstag hatte und Freunde eingeladen hat. Wir haben bei den Vorbereitungen und auch während der Party einfach super harmoniert (was ihn sehr überrascht hat, weil er eigentlich ein 'Einzelkämpfer' ist & normalerweise nicht mit anderen etwas zusammen organisiert). Ein 'Ich liebe dich' habe ich nicht mehr gesagt, er nimmt es mir aber nicht böse. Er lässt mir wirklich den Raum den ich brauche, was ein tolles Gefühl ist.Insgesamt lachen wir wieder sehr viel zusammen, reden sehr gut miteinander und ich habe einfach ein richtig, richtig gutes Gefühl bei ihm, auch was die Zukunft betrifft. Er gibt mir Sicherheit, Geborgenheit und das Gefühl, dass ich bei ihm 'ich' sein kann.
Das freut mich sehr!! :-)
schiffchen92 hat geschrieben:Was mich verunsichert: Ich weiß so gar nichts über ihn... Ob er mit ihr bei dem Festival ist (was eigentlich so null sein Ding wäre), was er macht, wie er aussieht... Das klingt so verrückt, aber es ist ein wirklich komisches Gefühl..Heute auch mit den vereitelten Anschlägen in Düsseldorf - also meiner Hematregion- habe ich einfach ein komisches Gefühl. Hatte immer schon ein ungutes Gefühl, dass wenn der Kontakt mit Menschen abbricht und ihnen etwas passieren könnte...Bin da aber auch jemand, der sich gut in soetwas hineinsteigern kann...Naja, es dauert wohl halt einfach...
Was würde es für dich und dein Leben ändern, wenn du wissen würdest was er tut, wo er ist, wie er aussieht, wie es ihm geht, was er unternimmt?
Es würde dich mit 100%iger Sicherheit nur belasten, mehr nicht. Du würdest Sachen hineininterpretieren, dich mit Fragen quälen und es würde dir auf keinen Fall gut tun.
Er ist nicht mehr Teil deines Lebens, sondern nur Teil deiner Erinnerung.

schiffchen92 hat geschrieben:Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber ich bin innerlich ganz unruhig und ich weiß nicht warum und was los ist...Wie geht ihr mit solchen Momenten / Phasen / Tagen um?Es ist nicht mehr das alte, erdrückende Gefühl...Ich kann es gerade gar nicht richtig bestimmen...Kennt ihr das? Was ist das?^^
Annehmen. Diese Unruhe ist nicht von langer Dauer, das kannst du mir glauben. Oft ist es auch nur ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Das erdrückende Gefühl weicht einer Unruhe, die sich dann in Ruhe und Akzeptanz verwandelt.

Alles Liebe!
X.

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Sonnenblume10 » Fr 3. Jun 2016, 14:00

Innerer Abschied, Schiffchen, ist keine gerade Linie. Er geht mal Umwege über alt bekannte Wege, die uns nicht weiter gebracht haben und er macht mal eine Schleife, zurück auf "los". Aber wie X schon sagt, solche Phasen kommen, sind aber nicht von Dauer. Einfach akzeptieren und warten, dass sie vorbei gehen. Nicht zu viel hinterfragen, denn je mehr Gedanken man sich um eine Sache macht, desto mehr plustert sie sich auf zu einer Wichtigkeit, die nicht da ist.
Du kannst Dir jeden Tag sorgen machen um Deine Eltern, Deine Freunde, Deinen Ex., um Dich selbst. Was hilfts? Nichts, es nährt nur Deine Lebensangst und verstärkt sie.

Und wie er jetzt lebt? Glaub mir, es ist nicht wichtig das zu wissen. Er lebt halt einfach und schlägt sich auch durch, vielleicht so wie Du, aber eben im Bewusstsein ohne Dich. Kein Leben ohne Schmerz und Rückschläge.
Tja, das Foto, ein Jahr alt, er war glücklich, aber was hat er mit Dir geteilt? Nichts davon, denn Du hattest die andere Rolle, die des seelischen Mülleimers. Deckel auf, reinkotzen, Deckel zu. Hauptsache, mir geht es besser. Und das Glück finde ich dann außerhalb, mit anderen Menschen. Er hat Dich benützt und reduziert, und Du hast das auch zugelassen und wolltest es nicht anders. Das Glück ist wo anders, das war (und ist?) Dein Motto. Heilsam sind solche Entdeckungen, denn sie sind Wegweiser und zeigen Dir vlt. auch mal einen anderen Blickwinkel auf.

Ja, Du darfst Zeit brauchen, Jahrzehnte, wenn es denn sein muss. Aber vergiss nicht zu leben, sondern lebe. Sei glücklich, sei mit Dir im Einklang. Der Geburtstag mit Deinem Freund ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Der Ex. ist nicht wichtig, sonst wäre er da. Er steht für was anderes, er ist ein Stellvertreter. Wofür, das musst Du selbst herausfinden und das kannst Du auch, wenn Du es finden willst.

Sonnenblume

Starre
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Starre » So 5. Jun 2016, 11:17

schiffchen92 hat geschrieben:Ich weiß gerade gar nicht was los ist, aber ich bin innerlich ganz unruhig und ich weiß nicht warum und was los ist...
Wie geht ihr mit solchen Momenten / Phasen / Tagen um?
Es ist nicht mehr das alte, erdrückende Gefühl...
Ich kann es gerade gar nicht richtig bestimmen...
Kennt ihr das? Was ist das?^^
Eher ein unangenehmes Unruhe-Gefühl oder eins das einen antreibt? Ich kenne das unangenehme Unruhe-Gefühl bei mir, wenn mir irgendetwas Druck macht. Meist ist das dann irgendwas was ich wieder tue oder von mir erwarte, ohne dass ich meine Bedürfnisse dabei berücksichtige. Es passiert mir immer noch und immer wieder, dass ich diese einfach oberflächlich nicht kenne oder wahrnehme und Dinge tue aus Pflichtgefühl oder - wie bei mir leider oft der Fall - aus Verlustangst...diese holt mich gerne mal ein.

Wenn ich dann unruhig werde, merke ich, dass ich wahrscheinlich wieder irgendwas mache, zugesagt habe, denke usw. was nicht mir entspricht. Langsam komme ich dann so drauf, was mich ausmacht, was ich will. Mein Fokus liegt meist zu sehr auf meinen Mitmenschen. So gelernt. Überlebensstrategie laut meiner Therapeutin.

Weiß jetzt natürlich nicht, ob das jetzt zu Deinem Gefühl passt.

Wie gehts Dir mittlerweile?

fromXwithLove
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Re: Der lange Weg...

Beitrag von fromXwithLove » Mo 6. Jun 2016, 09:34

Liebes Schiffchen,

du hast ihn zwar jetzt bei Facebook gelöscht (darauf gehe ich später noch ein), aber zu diesem Absatz habe ich einige Fragen:
schiffchen92 hat geschrieben:Hallo ihr.
Ja wie geht es mir...
Ich glaube - so verrückt es klingt- das Nachschauen gibt mir 'Sicherheit' in meinem noch so unstabilen Alltag. Es ist etwas, auf das ich mich die letzten Monate verlassen konnte, was ich in meinen Alltag integriert habe wie das Zähneputzen.
Und jetzt mit den neuen Gefühlen, meiner neuen Lebensenergie, meinen neuen Zukunftsplänen die langsam alle wieder zurück an die Oberfläche kommen und damit auch einiges aufwirbeln, gibt es mir tatsächlich sowas wie 'Sicherheit'. Es ist verrückt, denn ich habe 0,0000 Kontrolle / Einfluss über irgendetwas von ihm, es bestimmt eher mich...
Was gibt dir in dem Moment Sicherheit? Dass er am Leben ist? (klingt vielleicht für den ein oder anderen hier dumm, aber es gab Momente, da musste ich nachschauen ob er online ist/war nur um zu wissen, dass ihm nichts passiert ist.. :roll: ) Ich finde nämlich, dass dir das Nachschauen keine Sicherheit sondern Unsicherheit gibt. Denn wenn du beginnst Dinge in etwas zu interpretieren (und das tut man, egal bei wem), dann ist das keine Sicherheit. Du weißt es nämlich nicht. Man spinnt sich im Hirn irgendwelche Szenarien aus, die womöglich gar nicht so sind und das macht einem Angst, verleiht einem ein ungutes Gefühl etc.
Deshalb finde ich es wirklich gut, dass du ihn auf Facebook gelöscht hast. Du brauchst diesen "Halt" bzw. diese Sicherheit nicht - denn es ist weder das eine noch das andere.

schiffchen92 hat geschrieben:Es war gestern abend nochmal komisch, einfach weil er für mich nie dieses Geld mal eben so ausgegegebn hätte, er auch das Ticket ja aller aller spätestens Ende Januar kaufen musste, und er tatsächlich dafür das letzte Saisonspiel seiner Mannschaft verpasst hat - sowas von undenkbar...Ich weiß, neue Beziehung, andere Prioritäten etc. Trotzdem fragt man sich einfach warum das so funktioniert und bei uns damals nicht...
Das meine ich damit. Vielleicht hat ihm jemand die Tickets geschenkt, vielleicht hat sie sie gekauft. Vielleicht hat er bereits Verein gewechselt, vielleicht .. Das ist keine Sicherheit die du da hast..! Damit will ich dir nur verdeutlichen, dass der Schritt den du jetzt gegangen bist, gut war. Denn es werden vielleicht an manchen Tagen die Zweifel kommen und du wirst dir denken "ach hätt ich ihn nicht gelöscht dann.." - also lass dir gesagt sein: super, dass du ihn gelöscht hast - es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

schiffchen92 hat geschrieben:Oh ja... Gemeinsame Lieder werfen mich nicht mehr so aus der Bahn wie noch vor ein paar Wochen auch gemeinsame Bilder nicht mehr.Es ist lediglich die 'Sehnsucht', dass wenn man ein gemeinsames Lied o.ä hört, man die Möglichkeit hätte, dem anderen kurz zu schreiben: Hey, ich denke an dich. Weißt du noch XY, das war doch echt lustig...Also einfach das teilen der Erinnerung und gemeinsames Lachen.Irgendwann wird auch das nachlassen, da bin ich sicher. Die Erinnerungen werden dennoch bleiben, das weiß ich. Einmal in meinem Kopf eingebrannt, gehen sie nicht mehr fort.
Schön, dass dich Lieder und Bilder nicht mehr so aus der Bahn werfen. Wehmut gehört dazu, aber du siehst selbst, wie sich die Gefühle zu all dem immer mehr verändern. Von "totalem Zusammenbruch" (übertrieben gesagt!) beim betrachten von einem gemeinsamen Bild oder beim hören eines gemeinsamen Songs hin zu "es ist lediglich die Sehnsucht", die Sehnsucht danach ihn daran zu erinnern was schön war, einfach damit man diesen kurzen Moment teilen kann. Ich finde es schön, dass du so weit bist!!
schiffchen92 hat geschrieben:Habt ihr das auch, dass ihr euch aber gar nicht mehr konkret an Gespräche erinnern könnt und gar nicht mehr so richtig sagen könntet, wie er auf Aussagen reagieren würde.Ich habe das Gefühl wir haben uns in dem Jahr so krass entwickelt, dass ich dazu keinerlei Prognose mehr abgeben könnte.In meiner Erinnerung ist vor allem das letzte Trennungsgespräch und sein kalter Blick dabei. Das legt sich irgendwie über alles.
Ja das kenne ich. Mein Ex hat sich oberflächlich sehr verändert, er versucht jemand zu sein, der er nicht ist. Diese Maske kaufe ich ihm nur begrenzt hab, aber ja, da muss ich auch sagen, dass ich so wie er jetzt im Moment ist (das Bild habe ich natürlich für mich noch verstärkt, um mir ja alle schlechten Seiten vor Augen zu führen :-) ) auch keine Ahnung hätte wie er reagieren würde. Nur in Situationen mit denen er nicht rechnen würde, wüsste ich wie er reagiert. Denn dafür gibts kein "Auftritt proben".
Aber Schiffchen, es ist wirklich egal was sie sagen würden. Sie bleiben in der Vergangenheit. Sie sind Menschen die uns begleitet haben, die wir geliebt haben und die uns in eine Situation "gebracht" haben aus der wir uns ganz alleine wieder rausgeholt haben. Sie sind Erinnerung, aber nicht mehr Leben.
schiffchen92 hat geschrieben:Es ist jetzt echt fast ein Jahr her, und ich hätte damals nicht gedacht, dass ich jetzt so bin, wie ich jetzt bin... Einiges von meinen Eigenschaften hätte ich mir gerne bewahrt, bei einigen bin ich froh, dass ich sie langsam los lassen kann bzw. überhaupt erst einmal wahrgenommen habe.
Welche Eigenschaften sind das, die du gerne behalten hättest? Und gut, dass du andere wahrgenommen hast und loslassen kannst/konntest!
Auch bei mir ist es jetzt bald ein Jahr her .. Ich habe vor kurzem dieses Jahr Revue passieren lassen und so "schlimm" es klingt: ich konnte mich an so viele tolle Erlebnisse erinnern und ich weiß, dass ich in all diesen Situationen innerlich tieftraurig war, aber aus heutiger Sicht sehe ich nur die tollen Momente und nicht dieses Häufchen Elend das ich im Inneren war - wisst ihr was ich meine? :-)

Schiffchen, ich sag's dir immer wieder: du gehst schon deinen Weg in deinem ganz persönlichen Tempo. Du bist noch nicht dort wo du sein sollst, aber du bist auch nicht mehr da wo du warst!

Alles Liebe!
X.

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von Sonnenblume10 » Mo 6. Jun 2016, 10:09

fromXwithLove hat geschrieben:Schiffchen, ich sag's dir immer wieder: du gehst schon deinen Weg in deinem ganz persönlichen Tempo. Du bist noch nicht dort wo du sein sollst, aber du bist auch nicht mehr da wo du warst!
Ja, dem kann ich mich anschließen. Du bist jetzt endlich mal aktiv geworden, denn Du hast ihn gelöscht. Du hast es geschafft und damit endlich die passive Rolle verlassen. Das ist großer Schritt für Dich gewesen und vielleicht hilft er Dir jetzt auch dabei, innerlich ganz Abschied zu nehmen. Es ist für Dich auch ein Zeichen, dass Du dieses Terrain jetzt verlassen möchtest. Es verlangt Mut, ihn zu löschen und den hattest Du.
Er lebt sein Leben, vielleicht anders als mit Dir. Vielleicht passt die Neue besser zu ihm, vielleicht auch nicht. Aber all das ist für Dich nicht wichtig. Denn wichtig ist nur, dass Du Dein Leben auf die Reihe kriegst und wieder Lebensfreude entwickelst. Dieses ständige Zurückschauen ist dabei nicht hilfreich, denn es behindert Dich.

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Re: Der lange Weg...

Beitrag von einhorn » Mo 6. Jun 2016, 17:05

Hi Schiffchen :)

Freut mich, dass du es geschafft hast ihn zu löschen :)
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