Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

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Abschied2019
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Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

Beitrag von Abschied2019 » Fr 1. Feb 2019, 21:17

... nur wie?

Schreibt mir bitte nicht "ich bin zu jung"

Vor einigen Jahren erlebte ich eine Trennung die mich in eine tiefe Depression trieb. Der Jobverlust kam gerufen. Ich wurde gekündigt.
Inzwischen ist das alles überwunden. Ich lebe mein Leben, habe Freunde und bin im Job gefragt.

Jedoch kam es im Jahr 2016 zu einem weiteren Beziehungsversuch nun mit Kind. Einer wundervollen Tochter die ich über alles liebe. Aber echt alleinerziehend.

Dieser Wunsch nach Beziehung und der Affentanz den man sich antun muss, lässt mich jedoch sehr leiden.
Mein Leben war vor der ersten Beziehung super. Ich war zufrieden.
Inzwischen leide ich, weil ich keine Beziehung habe trotz toller Tochter, Freunde und Job.
Mit meiner Therapeutin habe ich bereits darüber gesprochen. Ich bin nicht mehr in der Lage als Last bei dem Thema Beziehung zu empfinden.

Ich habe mich daher entschieden, dieses Kapitel Beziehungswunsch in eine Kiste zulegen und es weit unter den Schrank zu legen.
Ich weiß nur nicht wie. Habt ihr Ideen?
Ich möchte das Thema betrauern und nicht mit Überaktivität übertünchen.

Abschied2019
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Re: Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

Beitrag von Abschied2019 » Fr 1. Feb 2019, 22:14

Ich habe hier einen Link gefunden und eingestellt. Lesen und verstehen ist kein Problem aber die Umsetzung.
Wie akzeptiere ich diese Lücke in meinem Leben?

https://www.medizin-im-text.de/blog/2017/49766/wenn-wir-einen-wunsch-begraben-muessen-trauern-wir-wie-um-einen-toten/

Insane
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Re: Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

Beitrag von Insane » Fr 1. Feb 2019, 23:05

Äääääh.... hä?

Entschuldige meine Ausdrucksweise, aber das klingt für mich, wie bei Sturm gegen den Wind pissen! Würde bedeuten, dass Du im persönlichen Einzelfall die menschliche Natur ändern willst. Klappt nicht! Selbst Kastraten sind nachweislich in der Lage, sich zu verlieben, also vergiss es!

Übrigens denke ich, dass Du mit diesem absonderlichen Wunsch hier (und nicht nur hier) ziemlich einsam sein dürftest. Ist sicherlich nicht unbedingt das Forum, dass Dir weiter helfen kann.
"Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist." - Oscar Wilde

Abschied2019
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Re: Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

Beitrag von Abschied2019 » Fr 1. Feb 2019, 23:22

Um ehrlich zusein, ich weiß es nicht. Es gibt Menschen die es geschafft haben und innere Ruhe dadurch gewonnen haben.
Ich persönlich leide mit dem Beziehungswunsch. Einsam fühle ich mich nicht und bin ich auch nicht.

Sonnenblume10
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Re: Abschied vom Beziehungswunsch nehmen ...

Beitrag von Sonnenblume10 » Di 5. Feb 2019, 11:53

Meiner Ansicht nach widersprichst Du Dir irgendwie auch selbst.
Du bist nicht einsam und trotzdem leidest Du unter dem Beziehungswunsch? Das verstehe ich nicht. Normalerweise kommt ein Beziehungswunsch auf, wenn man eine Leerstelle in seinem Leben empfindet. Es als unvollständig ansieht und eine innere Sehnsucht nach Vertrauen, Wärme und Verständnis empfindet. Man glaubt dann, dass man die Leerstelle mit einem anderen Menschen auffüllen kann.
Und da Menschen soziale Wesen sind, wünschen sich die allermeisten eine Beziehung, wobei eine Beziehung ja vieles sein kann. Du hast mit Deinem Kind eine Beziehung, mit den Eltern, Geschwistern, Freunden etc.
Wer das alles nicht hat oder ablehnt, macht sich auch selbst das Leben schwer.

Warum lebst Du nicht einfach? Mach Deine Arbeit, kümmere Dich um Dein Kind, geh ab und an mal aus und treffe Dich mit Freunden. Vielleicht hast Du ein Hobby, das Dir Freude macht? Mache Dir ein angenehmes Leben anstatt darüber nachzudenken, dass Du den Beziehungswunsch ablegen willst. Je mehr Du etwas ablehnst, desto mehr setzt es sich in Deinen Gedanken fest. Denn es wird verkrampft.

Ein Mittel, diesen inneren Druck abzulegen, besteht meiner Ansicht nach darin, sein Leben auf den Prüfstand zu stellen und da etwas zu verändern, wo es möglich ist. Also die Rahmenbedingungen ein wenig anzupassen.
Je zufriedener Du mit Dir und Deinem Leben bist, desto entspannter kannst Du alles ansehen und desto weniger verkrampft bist Du. Und eines Tages passiert dann vielleicht was. Du verspürst Interesse für einen Mann und alles ist offen. Vielleicht wird was draus, vielleicht auch nicht. Es ist egal, denn Du bist bei Dir. Ob mit Partner oder ohne ihn, Du lebst Dein Leben.

Und wenn keiner Dein Interesse weckt, ist halt keiner da, der passt.
Aber sich den Beziehungswunsch abzutrainieren, ist unsinnig. Es kommt nur darauf an, wie man mit ihm umgeht. Man braucht ihn nicht zu unterdrücken, sondern akzeptiert ihn als normalen Bestandteil der menschlichen Natur. Man nimmt ihn zur Kenntnis, weiß aber auch, dass eine Beziehung nie auf Knopfdruck entsteht. Man kann warten, ohne es als sehnsüchtiges Warten zu empfinden. Dann ist alles im Fluß und der Mensch fühlt sich wohl und entspannt.

Warum sich alles schwer machen und gegen sich und seine Natur handeln? Oder glaubst Du, dass der Eremit im Himalaya oder der Klause nur gut lebt? Selbst der freut sich, wenn mal Besuch vorbei kommt. Aber er braucht keine Liebesbeziehung, weil er einen anderen Lebensinhalt gefunden hat, der wichtiger für ihn ist.

Früher gingen viele junge Menschen nach Indien. Sie begaben sich in eine Gemeinschaft, die anders lebte als das, was man hierzulande kennt. Sie ordneten sich einem sog. Guru unter, weil der ihnen Erleuchtung versprach und innere Zufriedenheit und Gelassenheit. Hat es geklappt? Nein, nicht auf Dauer, weil die Menschen nur wieder etwas hinterher rannten und verkrampft waren und verkrampft etwas suchten. Nämlich einen inneren Halt und einen Lebensinhalt. Aber der musste schon von außen kommen, weil sie es aus sich heraus nicht schafften. Rote Kleider in Indien und Gesänge mit "Brüdern und Schwestern" und eine Verehrung eines sog. Gurus reichten nicht. Weil der Inhalt dennoch fehlte, auch wenn sie ihm mit allen Mitteln finden wollten, mit Meditationen, vielleicht mit Sex, mit Musik. Sie wollten auch krampfhaft etwas ablegen, die westliche Zivilisation z.B. und fanden dann doch nichts anderes, sondern kehrten zurück.

Leb doch einfach mal Dein Leben und gestalte es so, wie es in Deiner Macht liegt. Freue Dich über die Kleinigkeiten des Lebens. Sei bei Dir und in Dir zu Hause. Und dann kannst Du auch ohne diese verkrampfte Haltung, ich will keinen Beziehungswunsch verspüren, raus.
Fast jeder hat einen Beziehungswunsch. Es kommt nicht darauf an, ihn los zu werden. Es kommt darauf an, ihn anzuerkennen, ohne dass man verkrampft eine Beziehung anstrebt.

Mit diesem Wunsch willst Du krampfhaft etwas erreichen und alles was mit Verkrampftheit einher geht, klappt im Leben nicht.
Es ist doch alles ganz einfach. Stelle Dir vor, Du wünschst Dir - um das auf die materielle Ebene zu übertragen - einen Mercedes. Dauernd überlegst Du, ob Du den leisten kannst und stellst fest, er ist zu teuer. Du kannst jetzt ständig an den Mercedes denken und Dir ihn sehnsüchtig im Prospekt anschauen, aber das stellt Dich nicht zufrieden. Denn nur mit Mercedes (alternativ Partner oder der Ablehnung einer Beziehung ) ist Dein Leben vollständig. So glaubst Du.
Eines Tages entdeckst Du einen knuffigen Kleinwagen und kaufst ihn. Der passt zu Dir und Deinem Geldbeutel. Und dann stellst Du fest, dass Du viel Freude mit dem Auto hast. Es ist wendig, es passt mühelos in enge Parklücken und es kostet nicht so viel. Der Mercedeswunsch verflacht. Klar hättest Du gerne einen, aber Du kannst Dich auch mit was Anderem begnügen, mit etwas Anderem glücklich sein.
Und so gehst Du mit Deinem Beziehungswunsch um. Je mehr Du ihn verdrängen willst, ohne ihn mit etwas anderem zu kompensieren, desto mächtiger wird er. Oder auch mit Deinem Beziehungsunwunsch.

Vielleicht engagierst Du Dich nebenzu auch sozial - wie wäre es damit? Backst Kuchen für Gemeindefest oder hilfst bei der Mittagesssensausgabe im Kindergarten oder meldest Dich für die Nachmittagsbetreuung in der Schule.
Du wirst dafür auch etwas bekommen. Bist unter Menschen und machst was sinnvolles. Und dann gehst Du nach Hause und hast ein gutes Gefühl, denn Du hast einen neuen Baustein in Dein Leben integriert.
Du hast es aufgefüllt und das ist nicht eine sinnlose Kompensation oder blinder Aktionismus, sondern eine Hinwendung zum Leben. Dein Beziehungs(un)wunsch wird weniger, weil Du ihm weniger Raum gibst. Er wird weiterhin da sein, aber er bestimmt nicht Dein Leben.

Und dem Beziehungsunwunsch, den Du anstrebst, gibst Du auch weniger Raum, wenn Du dem Leben andere Inhalte gibst.

Sonnenblume

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