Trauma auflösen - Verlustangst

NEU: Tipps rund um das Thema Liebeskummer, Liebeskummer überwinden und Hilfe bei allen Arten von Liebeskummer. Was hat sich bewährt?
Antworten
SpiritSoul
Beiträge: 1
Registriert: Fr 29. Mär 2019, 10:52
Geschlecht:

Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von SpiritSoul » Fr 29. Mär 2019, 11:51

Hallo Zusammen,

ich habe bezüglich Männern einige negative Erfahrungen gemacht. Ich habe bereits mehrere Männer kennengelernt, die sich mit Themen, wie Mann-Bewusstsein und Pick-Up beschäftigt haben. Leider finde ich ausgerechnet immer genau diese Männer, weil ich mich selbst sehr mit Bewusstseinsthemen auseinander setzte und diese offenbar anziehe. Und ich stelle oft fest, dass diese Männer oft selbst mit emotionalen Balast zu kämpfen haben. Einige davon nutzten diese Strategien, die sie erlernt haben aus und trafen sich parallel neben mir mit anderen Frauen, weil sie selber nichts verarbeitet haben und nicht klar kommen. Ich persönlich möchte dieses Wissen nur nutzen, um endlich mal wieder eine glückliche Beziehung führen zu können. Allerdings kam es dazu in den letzten Jahren nie, da es immer wieder zu "Komplikationen" kam. Irgendwann entwickelte ich Gefühle für ihn und er war nicht annähernd bereit diese zu erwiedern. Mittlerweile ist mein Vertrauen so zerbrochen, auf Grund übler Geschichten, dass ich mit extremen Verlustängsten an dieses Thema herangehe. Es gab Situationen, die mich extrem verletzt haben und ich möchte gern dieses Trauma auflösen. Jetzt bin ich wieder an ein solches Exemplar geraten und habe starken Liebeskummer. Ich würde gern von euch wissen, ob es euch mal ähnlich ergangen ist, wie ihr das verarbeiten konntet und was ihr evtl. für Kurse empfiehlt? Ich habe gehört, dass der magick-female Kurs von Orlando Owens Frau sehr gut sein soll. Hat jemand von euch Ahnung, wo es diesen zu kaufen gibt?

Liebe Grüße

Sonnenblume10
Beiträge: 2909
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 12:16
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Sonnenblume10 » Fr 29. Mär 2019, 16:50

Liebe Spirit-Soul,

dazu kann ich nur sagen: ich kenne das!
Ich geriet im Lauf meines Lebens immer wieder mal an Männer, die mir zunächst wie das große Glück erschienen, ehe sie sich distanzierten, mich allmählich kalt stellten und schließlich ganz gingen.
Das verfolgte mich einen Großteil eines Lebens, weil ich lieb gewonnene Menschen los lassen musste, was mir sehr schwer fiel und mich immer über Monate beschäftigte.

Nach meiner letzten schlechten Erfahrung war ich bei einem Psychotherapeuten, der Beratungsstunden anbietet, wenn man sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befindet, also mental auf der Stelle tritt. Eine Therapie war das nicht, aber ich war zweimal dort und das hat mir einen Anstoß gegeben, mich selbst anzuschauen.

Man zieht logischerweise immer das an, was man ausstrahlt. Das geschieht ganz unbewusst und so docken Männer an, die Dir ähnlich sind. Auch sie wittern auf der unterbewussten Ebene, dass da Jemand ist, der ein Adressat für ihre inneren Muster ist.
Gleich und gleich gesellt sich gerne und so kommen zwei Menschen, die auf ähnlichen Pfaden unterwegs sind, zusammen, weil jeder Defizite mit sich rumschleppt, die er heilen will. Und dafür sucht sich das Unterbewusstsein einen passenden Menschen. Zwei Antennen sind auf derselben Frequenz unterwegs und kommen so in Kontakt. Was zunächst verheißungsvoll aussah, ändert sich im Lauf der Beziehung, weil jeder in sein bekanntes Rollenverhalten fällt und dieses auslebt.

Im Grund genommen geht es hier um Bindungsängste, die unterschiedlich ausgelebt werden. Meist gibt es einen aktiven Part und einen passiven, weil die zwei sich so prima ergänzen.
Der aktive Part zieht sich nach anfänglicher Verliebtheit allmählich zurück, stellt sein Leben wieder in den Mittelpunkt und lässt dabei den Partner draußen. Der Partner rutscht in die Situation eines Zaungastes, der dem munteren Treiben meist ziemlich machtlos zusieht und allmählich unglücklicher wird, weil er spürt, dass er keinesfalls die Rolle spielt, die er spielen wollte.
Heimlichkeiten, Parallelkontakte, Auftreten als Single trotz Beziehung sind die Strategien. Der aktive Teil verteidigt seinen Freiraum und hat oft keine Hemmungen, sich auch anderweitig umzuschauen.
Das geht, weil er im Grund genommen gar keine feste Beziehung will. Daher greift er zu Strategien, die eine echte Bindung kaputt machen und zerstören, weil er es gar nicht aushält. Er fühlt sich ansonsten oft wie ein Gefangener in der Beziehung und bricht irgendwann aus.

Das Gegenüber ist der passive Bindungsvermeider. Auch er ein ängstlicher Typ, der innerlich verunsichert ist, aber vordergründig nur eines will: endlich eine Beziehung mit Hand und Fuß, in der Zusammenhalt und Treue selbstverständlich sind. Aber er sucht da, wo er genau das garantiert nicht findet.
Warum? Weil auch er innere Muster hat, die ihn antreiben. Vordergründig will er eine Bindung, aber das Unterbewusstsein sagt was anderes. Bindungen sind gefährlich, sie tun weh, sie schmerzen, sie halten nicht - das weiß das Unterbewusstein. Und das führt den passiven Teil dann genau zu jenen Typen, mit denen das erneute Desaster vorprogrammiert ist.
Der passive Part geht also sozusagen hintenrum. Ich weiß nicht warum, aber ich gerate immer an Männer, die entweder vergeben sind oder eine feste Beziehung ablehnen, die zu alt oder zu jung sind usw. Das sind so Aussagen von vielen frustierten Menschen, die glauben, dass sie zufällig immer wieder an solche Typen geraten.
Das ist kein Zufall, sondern eine innere Strategie.

Eine Beziehung entsteht und alles sieht so schön aus. Man hat sich ja so viel zu erzählen, entdeckt Gemeinsamkeiten und freut sich über alle Maßen. Dieses Mal, dieses Mal wird es funktionieren, denn das, was zwischen uns ist, wird halten und in eine wundervolle Beziehung führen.
Bis dann die alten Muster wieder zu schlagen. Der aktive Part wählt sämtliche Strategien, die dem Partner seinen Platz auf der Ersatzbank zuweisen und der passive Teil leidet. Gepräche bewirken nichts, Anklagen auch nicht, Tränen auch nicht, er bleibt auf der Verliererseite.
Der aktive Teil verhindert und boykottiert eine enge Beziehung kategorisch und der passive flüchtet sich in sein Leid. Wieder bin ich an ein untaugliches Exemplar geraten. Warum nur? Es tut alles so weh und macht einen traurig und ängstlich und misstrauisch. Denn Verlass ist auf keinen.

Wenn Dir das bekannt vorkommt, dann bist Du genauso wie er, lebst es nur anders aus als Dein Partner bzw. Ex-Partner. Auch Du hast Bindungsängste, die Dich ausgerechnet zu solchen Typen führen, mit denen eine echte stabile Beziehung erst gar nicht möglich ist. Dein Unterbewusstsein führt Dich dorthin, eben weil es weiß, dass Beziehungen doch nur weh tun.

Und außerdem musst Du ja Deine Traumata ausleben, das ist der zweite Grund. Überlege mal und schaue auf Dein Leben zurück und fange in der Kindheit an. Wie war das denn damals? Hast Du Dich oft einsam und verlassen und ängstlich gefühlt? War keiner da, der Dir das Gefühl gab, dass Du aufgehoben, geborgen und willkommen bist? Haben sich Beziehungspersonen geändert oder ist eine wichtige Person in Deinem früheren Leben verschwunden, was Dich traurig und machtlos und verängstigt hat?
Oft liegt die Ursache in ganz frühen Erfahrungen, die man gemacht hat.

Diese im Unterbewusstsein gespeicherten Erfahrungen bleiben, während Du heran wächst, Dein Leben in die eigene Hand nimmst. Vordergründig klappt ja alles, nur das eine nicht.
Denn Deine Seele leidet. Sie sagt Dir das aber nicht direkt, so einfach macht sie es Dir nicht. Sie schickt Dich in sich wiederholende Situationen der Verlassenheit und Enttäuschung und zwar in der Hoffnung, dass dieses Mal das Trauma aufgelöst wird. Denn irgendwann muss es doch klappen! Tut es aber nicht.

Die Seele kennt nur eine Strategie: den Zwang zur Wiederholung. Denn sie ist so naiv zu glauben, dass ein neuer Mann das jetzt bei Dir richten kann, was Dir widerfahren ist.
Leider klappt das nie. Die Sache sieht ziemlich hoffnungslos aus, aber nicht ganz.

Denn Du hast ja Dich, die wichtigste Person in Deinem Leben und darauf kannst Du zählen.
Indem Du die uralten Verletzungen rauskramst, Dich erinnerst, den Schmerz wieder durchlebst und die Dinge, die Dich belasten und quälen, auf die bewusste Ebene holst.

Dann passiert etwas. Die Seele merkt, Hoppla, sie kümmert sich um mich, sie nimmt sich meiner an, sie nimmt mein Leid zur Kenntnis und ich muss nicht mehr auf der dunklen Seite des Lebens weiter leiden. Es ist jemand da, der mich an die Hand nimmt, mich annimmt.
Du integrierst damit praktisch unbewusste Anteile in Dein bewusstes Leben.

Das hilft, denn die Seele hat es nicht mehr nötig, Dich auf ihr Leid hinzuweisen, indem sie Dich zu den falschen Männern schickt. Sie wird ernst genommen, wahrgenommen und auch mal gestreichelt. He, ich kenne Dich schon so lange, aber eigentlich kenne ich Dich erst jetzt, denn bisher habe ich Dich verdrängt und ins Abseits gestellt.

Die Sache hat einen Haken:
es ist ein Prozess, d.h. das geht nicht von heute auf morgen, das dauert. Denn die Traurigkeit wird Dich noch oft überschwemmen über all die Versuche, die scheiterten. Und die Enttäuschung über all die Männer, die vom Prinzen zum Frosch mutiert sind, hast Du trotzdem in Dir.
Es kann eine lange Reise zu Dir selbst werden und die kann auch verdammt weh tun. Aber es ist das einzige bekannte Mittel, das mir bekannt ist.
Werde Dich Deiner bewusst und Du kannst Dein Leben ändern. Denn eine Seele, die zwar noch verletzt ist, aber auch getröstet wird und wahrgenommen wird, muss Dich nicht mehr quälen.
Du strahlst dann andere Frequenzen aus und andere Menschen werden in Dein Leben kommen und nicht mehr die Möchtegern-Männchen die nur ihre Defizite ausleben müssen.

Vielleicht findest Du auch keinen. Dann macht es auch nicht, denn Du kannst ja trotzdem ein gutes Leben haben. Du hast ja schließlich Dich und befindest Dich in bester Gesellschaft.
Es ist eine Frage der inneren Haltung, die man zu sich selbst hat. Selbstakzeptanz, Selbstliebe und Selbstbewusstsein sind das, was aufgebaut werden muss.
Das kostet Zeit und funktioniert nicht so schnell. Denn schließlich müssen uralte Muster überschrieben werden. Das war früher war, hast du nicht zu verantworten. Aber die Zukunft kannst Du gestalten.

Such das Glück nicht bei irgendwelchen Männern, die werden Dir nicht helfen können. Hilf Dir selbst und es wird Dir besser gehen. In kleinen Schritten und auch mal mit Rückschlägen. Das ist Deine Verantwortung, die Du für Dein Leben übernimmst.

Wenn Du wissen willst, wie es mir geht. Besser als früher, nicht rundum erneuert, keineswegs, aber ich komme besser mit mir klar als früher. Ich brauche keine schillernden Männer mehr, die mich vermeintlich retten.
Ich habe mich selbst gerettet und einen Partner gefunden, mit dem mich jetzt tatsächlich so was wie eine enge Beziehung verbindet. Und oh Wunder, ich kann sie sogar aushalten. Das ist irgendwie neu.

Früher war ich entweder der Teil, der in einer Beziehung litt oder aber ich war selbst der aktive Bindungsvermeider, wenn Jemand in mein Leben trat und Ansprüche stellte. Dann musste auf einmal ich meine sog. Freiheit verteidigen, hatte keine Zeit, "vergaß" Anrufe, weil ich ja so viel andere wichtige Dinge zu tun hatte, hatte ständig was anders vor, aber nicht mit dem Partner. Und damit boykottierte ich eine Beziehung, denn die Enge erdrückte mich und machte mir Angst.
Je nach Partner war ich mal so und mal so. Ich richtete mich nach dem Partner. Lauf mir hinterher und ich renne weg und verkrieche mich oder aber lauf Du mir davon und ich hechle Dir hinterher! Glücklich wird man damit nicht.
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Leider finde ich ausgerechnet immer genau diese Männer, weil ich mich selbst sehr mit Bewusstseinsthemen auseinander setzte und diese offenbar anziehe.
Ja, genau das ist es. Man zieht immer das an, was man ausstrahlt. Klar, wer anders unterwegs ist, findet bei Dir ja keine Anknüpfungspunkte, also keine Resonanz.
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Und ich stelle oft fest, dass diese Männer oft selbst mit emotionalen Balast zu kämpfen haben.
Jepp, genauso wie Du!
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Einige davon nutzten diese Strategien, die sie erlernt haben aus und trafen sich parallel neben mir mit anderen Frauen, weil sie selber nichts verarbeitet haben und nicht klar kommen.
Stimmt fatalerweise auch. Sie sind selbst Suchende, die ziellos durch ihr Leben eiern und etwas suchen, von dem sie nicht wissen, was es ist. Aber hinter dem nächsten Hügel (wahlweise einer anderen Frau) könnte er es finden.
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Irgendwann entwickelte ich Gefühle für ihn und er war nicht annähernd bereit diese zu erwiedern. Mittlerweile ist mein Vertrauen so zerbrochen, auf Grund übler Geschichten, dass ich mit extremen Verlustängsten an dieses Thema herangehe.
Verstehe ich gut. Das gebrannte Kind hat Angst vor dem Feuer. Verlustängste sind die Gefühle des passiven Bindungsvermeiders, der wenig Selbstbewusstein und wenig Selbstliebe entwickeln konnte. Wer sollte sich schon für mich interessieren? Doch nur wieder so gestörte Typen, die wieder verschwinden, nachdem sie mich benützt haben. Für Sex, für Herzenswärme, für Verständnis, für gute Worte. Und als Du das alles getan hattest, wurdest Du immer uninteressanter und irgendwann verschwand er.
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Es gab Situationen, die mich extrem verletzt haben und ich möchte gern dieses Trauma auflösen.
Das ist ein prima Vorhaben. Der einzige Plan, der zu einem Ziel führt. Es kann sein, dass Du diesen Weg alleine nicht schaffst. Dann suche Dir professionelle Hilfe, aber es sollte dann schon ein Therapeut sein, der Dich tatsächlich in Deinem Inneren ansprechen kann. Nur mit blöden Tipps und mit netten Worten ist Dir nicht geholfen.
Ein Therapeut kann immer nur Anstöße geben, Dich also begleiten, aber die Hauptarbeit wird immer bei Dir liegen. Nach allem, was Du hinter Dir hast, wird das aber eine leichtere Variante sein als ständig mit dem Ballast zu leben.
SpiritSoul hat geschrieben:
Fr 29. Mär 2019, 11:51
Ich würde gern von euch wissen, ob es euch mal ähnlich ergangen ist, wie ihr das verarbeiten konntet und was ihr evtl. für Kurse empfiehlt?
Ja, es ist mir ähnlich ergangen. Ich habe das erst spät verarbeiten können, bin jetzt auch schon 56. Ich hatte einige Beziehungen, die nach dem gleichen Muster verliefen und habe andere Beziehungen am Entstehen selbst gehindert, weil ich mir aufgrund meiner inneren Ängste alles kaputt gemacht habe. Erst mit Ende 40 kapierte ich , dass das System hatte und dass ich bei mir anfangen musste. Es dauerte dann einige Jahre, die mich aber doch entschieden weiter gebracht haben.
Ich fühle mich heute wesentlich "runder" und auch leichter mit mir selbst. Und das strahlt auch nach außen.
Nicht jeder Tag ist gleich, aber insgesamt hat sich mein Leben zum Positiven geändert. Das habe ich für mich allein geschafft und ich brauchte keine Kurse, die obendrein noch Geld kosten.
Du brauchst keine Kurse, Du brauchst nur Dich und evt. ein wenig Unterstützung. Kurse vermitteln Dir was, was Du oft gar nicht leben kannst.
Also vertraue auf Dich selbst. Damit bist Du in den besten Händen. Es gibt viele Menschen, die ständig irgendwelche Kurse machen, sich tolle Dinge erzählen lassen, auf die man auch selbst kommen könnte und doch nur in der selbst gemachten Bredouille leben. Ich halte davon nichts.
Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Die Verantwortung für Dich und Dein Wohlergehen kannst Du nur selbst für Dich übernehmen.

Sonnenblume

Sonnenblume10
Beiträge: 2909
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 12:16
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Sonnenblume10 » Fr 29. Mär 2019, 17:18

Ach übrigens, den Kurs oder zumindest eine Kurzversion gibt es kostenlos. Du musst dafür "nur"Deine Daten angeben.
Dann macht er Dir die Zähne lang und kaufst Dir die Version, die dann wirklich kostet. Und dann beginnt Dein neues Leben, denn ausgerechnet Orlando Owens sagt Dir, wie Du zu einer echten Frau wirst. Was impliziert, dass Du es jetzt nicht bist.
Dafür solltest Du Dir zu schade sein! Das kannst Du selbst ohne Owens auch.

Und die ganzen tollen Strategien, die er da vorschlägt und anpreist, wirken nicht, wenn sich in Dir nichts ändert. Es gibt keine Gebrauchsanweisungen mit Tipps, die wirken. Tu dies und jenes, dann wird er ...
Das ist Unsinn! Denn manipulieren will sich keiner lassen, denn das teilt sich auch mit.

Antigone
Beiträge: 61
Registriert: Sa 3. Feb 2018, 20:58
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Antigone » So 31. Mär 2019, 09:58

Hallo Soul-Spirit,

boaaah , Sonnenblume hat das wieder gut analysiert.
Ich habe mich dabei auch sehr angesprochen gefühlt.
Ich war ja mit meinem Objekt der Begierde nicht mal richtig zusammen und komme trotzdem nicht los von ihm. Ich bin mir sicher, dass ich ein passiver Bindungsvermeider bin und nur Männer anziehe, die den aktiven Part übernehme.
Ich arbeite daran das zu ändern damit ich auch mal den richtigen Mann anziehe und nicht nur solche die weder eine Beziehung wollen noch leben können.
Ich bin mittlerweile in Therapie und versuche auch die Defizite aus meiner Kindheit auzuarbeiten.
Es ist ein langer Weg liebe Soul-Spirit und wie Sonnenblume ja richtig schrieb, kann der nur über dich führen.

Auch wenn ich mich seit circa einem Jahr wirklich intensiv mit mir und meinen Themen beschäftige, habe ich manchmal das Gefühl dass ich nicht wirklich vorwärts komme.
Wenn mein Objekt der Begierde sich wieder melden würde, würde ich wahrscheinlich wieder anspringen. Echt schlimm ist das. Ein Kind das mal auf eine heiße Herdplatte gegriffen hat und sich die Finger verbrannt hat, wird das nie wieder machen. Ich habe es oft wiederholt und ich habe die Angst, dass dass ich es nach wie vor wieder machen würde. Aber irgendwann werde ich meine Lektion gelernt haben, und nicht mehr die falschen Männer anziehen und den richtigen finden. Oder draufkommen, dass mein Leben auch ohne "bessere Hälfte" wunderbar ist. Ich bestehe ja schon aus zwei Hälften und brauche im Prinzip keine mehr.

liebe Grüße
Antigone

Sonnenblume10
Beiträge: 2909
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 12:16
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Sonnenblume10 » Di 2. Apr 2019, 10:14

Antigone hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 09:58
Wenn mein Objekt der Begierde sich wieder melden würde, würde ich wahrscheinlich wieder anspringen. Echt schlimm ist das. Ein Kind das mal auf eine heiße Herdplatte gegriffen hat und sich die Finger verbrannt hat, wird das nie wieder machen. Ich habe es oft wiederholt und ich habe die Angst, dass dass ich es nach wie vor wieder machen würde.
Vielleicht gibt Dir der Schmerz, den Du empfindest, etwas? Vielleicht glaubst Du, dass Schmerz wichtig ist und gehst ihm deswegen nicht aus dem Weg? Vielleicht hast Du eine Tendenz zum Masochismus? Du kannst viel über Dich heraus finden, wenn Du immer wieder gezielt Dinge tust, von denen klar ist, dass sie Dir weh tun.
Antigone hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 09:58
Auch wenn ich mich seit circa einem Jahr wirklich intensiv mit mir und meinen Themen beschäftige, habe ich manchmal das Gefühl dass ich nicht wirklich vorwärts komme.
Vielleicht hat sich mehr in Dir verändert, als Du glaubst? Ich glaube nicht, dass die Zeit umsonst war. Vielleicht hattest Du bisher auch keine Gelegenheit, einen Fortschritt zu sehen.

Sonnenblume

Lalaland_87
Beiträge: 362
Registriert: So 13. Mai 2018, 05:10
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Lalaland_87 » So 14. Apr 2019, 10:16

Hallo Sonnenblume,

das war wirklich ein sehr ausführlicher Text über Bindungsangst. Ich selbst habe auch schon mal drüber nachgedacht, ob ich darunter leide oder mein Ex oder wir beide oder niemand 😅

Gehen Menschen mit Bindungsangst aber nicht auch langjährige Beziehungen ein? Was ist wenn sich zwei Bindungsängstliche Menschen finden, hält die Beziehung dann?

Gwen
Beiträge: 924
Registriert: So 4. Dez 2011, 15:03
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Gwen » So 14. Apr 2019, 11:15

Nein, sie hält grundsätzlich nicht. Denn da brauchen 2 Schwächlinge einander. Die Quälerei kann durchaus Jahre gehen, aber wird zerbrechen.

Du wirst in solchen Konstellationen immer einen aktiven Part und einen passiven haben. Das sind die Geschichten, die Sonnenblume beschreibt und die ich auch so erlebt habe. Der passive (wir) geht immer mehr zu Grunde und der aktive verlässt dann den Ring.

http://www.ex-zurueck-forum.de/t2132f11-Psychologische-Hintergrundinfos-und-Tipps.html#msg143099
Manchmal muss man einfach springen und sich auf dem Weg nach unten Flügel wachsen lassen.

Sonnenblume10
Beiträge: 2909
Registriert: Mi 6. Jun 2012, 12:16
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Sonnenblume10 » Di 16. Apr 2019, 11:05

Liebe Lalaland,

ja, auch Menschen mit Bindungsängsten gehen Beziehungen ein. Sie heiraten vielleicht sogar, sie bekommen Kinder. Und dennoch: sie leben nicht in einer Partnerschaft, die Wärme und Geborgenheit spendet, denn sie boykottieren Beziehungen auch, in denen sie leben. Manchmal aufgrund gesellschaftlicher Vorgaben (Eltern, Freunde, die alle Familien gründen etc.) oder weil sie glauben, mit der Gewohnheit wird das schon werden.

Auch in Ehen und in langen Beziehungen gibt es solche Konstellationen. Der aktive Part legt sich z.B. zeitaufwändige Hobbies zu, er flüchtet sich auch gerne in die Arbeit (wer könnte dagegen schon was sagen?!), er hängt nur vor dem Fernseher rum und schaut Bundesliga und andere Sportsendungen (wahlweise auch was anderes) oder lebt quasi vor dem PC. Sie leben irgendwie in ihrer eigenen Welt, in die niemand schauen kann und sie machen ihr eigenes Ding.
Der Partner, der die passive Rolle einnimmt, wird unzufrieden und auf lange Sicht unglücklich. Denn es fehlt so vieles: Austausch, Kommunikation, Gemeinsamkeiten.
Jeder lebt seinen Stiefel und die beiden leben nebeneinander her. Sind dann noch Kinder im Spiel, kommt es oft zu seltsamen Konstellationen wie bei einer Freundin von mir: drei Kinder und die Mutter sind eng zusammen und der Vater steht außen vor, er wirkt isoliert in seiner Position. Er verkroch sich in sein Büro und kam nur zum Essen raus, beteiligte sich kaum am Familienleben, wusste wenig über seine Kinder, denn die Mutter riss alles an sich und managte alles.
Irgendwann brach er aus und zog zu einer Freundin, die er seit längerem im Geheimen hatte.

Mein Ex. hatte sogar mal eine Beziehung, die tatsächlich 11 Jahre andauerte. Er glaubte damals, es müsse eben so sein und er wolle ja auch "normal" leben. Er baute dann ein Haus mit ihr. Der Baumarkt und die Baustelle wurden seine perfekten Fluchtpunkte, wo er vor sich hin werkelte, meist allein. Ich glaube, es machte ihm Spaß. Er ist mit den Händen geschickt und er hatte eine zeitaufwändige Beschäftigung gefunden, die er in Eigenregie ausfüllte.
Sie drängte manchmal auf Urlaub. Oh Gott, nur das nicht! Bei dem Gedanken, mit der Frau 14 Tage und 14 Nächte verbringen zu müssen, bekam er sicher Schweißausbrüche. Keine Chance, denn dann musste das und jenes am Haus gemacht werden. Er übernahm in seinem Betrieb die EDV und hatte noch mehr Beschäftigung. Tag und Nacht saß er am PC, Urlaub gab es nicht, denn er verbrachte seine Urlaubstage vor dem PC. Er suchte sich kategorisch Inseln, auf denen er sozusagen verschwand und jegliches Beziehungsleben erfolgreich vermeiden konnte.
Sie war im Lauf der Zeit kreuzunglücklich, da sie ihn ja praktisch nicht erreichte. Sie fing an, sich weh zu tun, es grenzte an Selbstverletzung. Und er sah hilflos zu. Dann machte sie eine Therapie und schrieb wie wahnsinnig. Ob ihr das geholfen hat, weiß ich nicht.
Irgendwann war das Haus dann auch fertig und alle hätten nun zufrieden sein können. Was passierte? Er zog aus, hielt es nicht mehr aus. Behielt seinen Job in dem Betrieb, in dem sie auch arbeitete, zog aber in eine Stadt, die 30 km weit weg war. Er lebte fortan allein. Die Fluchtpunkte wie Baustelle und Firmen-EDV waren weg und so kam die Panik.
Irgendwann kam ich in sein Leben und glaubte, er wäre der Mann meines Lebens. Was ich hier mitgemacht habe, möchte ich nicht mehr erleben. Und ich werde es auch nicht mehr erleben.

Zwei bindungsängstliche und bindungsvermeidende Menschen werden keine zufriedenstellende Beziehung führen können, so lange sie von ihren inneren "Dämonen" beherrscht werden. Genauso wenig wie zwei Lahme zusammen nicht gehen können.
Es bleibt immer eine defizitäre Beziehung, auch wenn sie einige Jahre halten sollte.

Sonnenblume

Lalaland_87
Beiträge: 362
Registriert: So 13. Mai 2018, 05:10
Geschlecht:

Re: Trauma auflösen - Verlustangst

Beitrag von Lalaland_87 » Mi 17. Apr 2019, 11:50

Sonnenblume10 hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 11:05
Liebe Lalaland,

ja, auch Menschen mit Bindungsängsten gehen Beziehungen ein. Sie heiraten vielleicht sogar, sie bekommen Kinder. Und dennoch: sie leben nicht in einer Partnerschaft, die Wärme und Geborgenheit spendet, denn sie boykottieren Beziehungen auch, in denen sie leben. Manchmal aufgrund gesellschaftlicher Vorgaben (Eltern, Freunde, die alle Familien gründen etc.) oder weil sie glauben, mit der Gewohnheit wird das schon werden.

Auch in Ehen und in langen Beziehungen gibt es solche Konstellationen. Der aktive Part legt sich z.B. zeitaufwändige Hobbies zu, er flüchtet sich auch gerne in die Arbeit (wer könnte dagegen schon was sagen?!), er hängt nur vor dem Fernseher rum und schaut Bundesliga und andere Sportsendungen (wahlweise auch was anderes) oder lebt quasi vor dem PC. Sie leben irgendwie in ihrer eigenen Welt, in die niemand schauen kann und sie machen ihr eigenes Ding.
Der Partner, der die passive Rolle einnimmt, wird unzufrieden und auf lange Sicht unglücklich. Denn es fehlt so vieles: Austausch, Kommunikation, Gemeinsamkeiten.
Jeder lebt seinen Stiefel und die beiden leben nebeneinander her. Sind dann noch Kinder im Spiel, kommt es oft zu seltsamen Konstellationen wie bei einer Freundin von mir: drei Kinder und die Mutter sind eng zusammen und der Vater steht außen vor, er wirkt isoliert in seiner Position. Er verkroch sich in sein Büro und kam nur zum Essen raus, beteiligte sich kaum am Familienleben, wusste wenig über seine Kinder, denn die Mutter riss alles an sich und managte alles.
Irgendwann brach er aus und zog zu einer Freundin, die er seit längerem im Geheimen hatte.

Mein Ex. hatte sogar mal eine Beziehung, die tatsächlich 11 Jahre andauerte. Er glaubte damals, es müsse eben so sein und er wolle ja auch "normal" leben. Er baute dann ein Haus mit ihr. Der Baumarkt und die Baustelle wurden seine perfekten Fluchtpunkte, wo er vor sich hin werkelte, meist allein. Ich glaube, es machte ihm Spaß. Er ist mit den Händen geschickt und er hatte eine zeitaufwändige Beschäftigung gefunden, die er in Eigenregie ausfüllte.
Sie drängte manchmal auf Urlaub. Oh Gott, nur das nicht! Bei dem Gedanken, mit der Frau 14 Tage und 14 Nächte verbringen zu müssen, bekam er sicher Schweißausbrüche. Keine Chance, denn dann musste das und jenes am Haus gemacht werden. Er übernahm in seinem Betrieb die EDV und hatte noch mehr Beschäftigung. Tag und Nacht saß er am PC, Urlaub gab es nicht, denn er verbrachte seine Urlaubstage vor dem PC. Er suchte sich kategorisch Inseln, auf denen er sozusagen verschwand und jegliches Beziehungsleben erfolgreich vermeiden konnte.
Sie war im Lauf der Zeit kreuzunglücklich, da sie ihn ja praktisch nicht erreichte. Sie fing an, sich weh zu tun, es grenzte an Selbstverletzung. Und er sah hilflos zu. Dann machte sie eine Therapie und schrieb wie wahnsinnig. Ob ihr das geholfen hat, weiß ich nicht.
Irgendwann war das Haus dann auch fertig und alle hätten nun zufrieden sein können. Was passierte? Er zog aus, hielt es nicht mehr aus. Behielt seinen Job in dem Betrieb, in dem sie auch arbeitete, zog aber in eine Stadt, die 30 km weit weg war. Er lebte fortan allein. Die Fluchtpunkte wie Baustelle und Firmen-EDV waren weg und so kam die Panik.
Irgendwann kam ich in sein Leben und glaubte, er wäre der Mann meines Lebens. Was ich hier mitgemacht habe, möchte ich nicht mehr erleben. Und ich werde es auch nicht mehr erleben.

Zwei bindungsängstliche und bindungsvermeidende Menschen werden keine zufriedenstellende Beziehung führen können, so lange sie von ihren inneren "Dämonen" beherrscht werden. Genauso wenig wie zwei Lahme zusammen nicht gehen können.
Es bleibt immer eine defizitäre Beziehung, auch wenn sie einige Jahre halten sollte.

Sonnenblume
Vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung :)
Ist manchmal schwierig zu sagen, weil ich ja auch in meiner Beziehung meinen Hobbies nachgehen möchte, sind Gemeibsamkeiten mit Hobbies gleichzusetzen? In einem anderen Thread besprechen wir ja grad das Thema, was genau Liebe ist und was die Kriterien für eine glückliche Partnerschaft sind. Ich war auch einmal - Gott sei dank nur 8 Monate - in der es keine Nähe gab, er umarmte mich zwar, aber mit einer absoluten kühle, kuscheln auch nur manchmal. Das war wirklich die schrecklichste Ergahrung und an diesen Mann habe ich nur schreckliche Erinnerungen.
Aber beide deiner Geschichten sind echt krass, dass die Frauen das mitgemacht haben, vllt weil sie unerfahren waren?
Meine größte Angst ist es, dass mein nächster Freund auch Bindungsunfähig sein wird, weil ich damit so schlimme Erfahrungen mit gemacht habe.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast