Guten Morgen.
@Äuglein: die Zeilen drücken wirklich sehr gut aus, was ich versuche und wenn es mir gelingt, geht es mir auch immer besser. Schön, dass Du bei sowas schon an mich denkst
@schiffchen:
Immer gelingt mir das leider auch nicht, wie ich heute am eigenen Leib wieder erfahren darf. Aber meist gelingt es mir dann doch irgendwann. Ich denke, dass ich mir selbst beim "Annehmen" keinen Druck machen darf, also heißt: wenn mir das mal nicht so gelingt, dann darf ich mich da auch nicht dafür abwerten, sondern es liebevoll annehmen und mir sagen, dass es ok ist, dann gehts halt jetzt nicht.
Das schwierigste ist eigentlich ohne Erwartung, ohne Wertung, ohne Druck an die Sache ranzugehen. Komischerweise ist es so, dass es mir eben in letzter Zeit schon oft sehr gut gelungen ist, und mir es dann wirklich gut ging. Jetzt hab ich dann manchmal einen Erfolgsdruck...so nach dem Motto, das kann doch nicht so schwer sein, das letzte mal hat es doch auch funktioniert. Und dann geht har nix. Die Gefühle lassen sich eben nichts vorschreiben. Das muss ich also noch üben. Weniger kritisch mit sich sein, liebevoll annehmen, was ist.
Wie ich das mache, hatte ich ja schon mal versucht zu erklären. Mich in Ruhe hinsetzen und erstmal atmen. Dann meine Empfindungen wahrnehmen und sein lassen. Am Besten wie gesagt mit einer geführten Meditation, wie die 15minütige von Robert Betz. Diese hilft mir, mich zu fokussieren. Da muss aber jeder schauen, was ihm hilft oder gut tut. Gestern habe ich einen Artikel gelesen, in dem stand, dass Meditation nicht für jeden geeignet ist und sollte man sehr unangenehme Gefühle dabei haben, ist es besser aufzuhören. Es sollte sich auf jeden Fall gut anfühlen. Dann macht man nix verkehrt.
Während des Tages versuche ich immer mal wieder bewusst achtsam zu sein. Also zwischendurch mal inne halten, fühlen, was sich in mir gerade so regt. Es da sein lassen und weiter. Muss gar nicht lang sein. 1 bewusste Minute ist schon ganz schön viel.
Heute tu ich mich wie gesagt selber schwer. Ich hatte heute schon wieder zuviel Erwartungen an mich. Das funktioniert dann nicht und dann fühle ich mich minderwertig. Meine Stimmung steigt und fällt ohnehin mit dem Selbst-Wert-Gefühl. Wenn das unten ist, vergleiche ich mich mit der Neuen, fühle mich schuldig, dafür, dass die Beziehung scheiterte, etc. eben das, was wir alle so gut kennen.
Vorhin musste ich seit langem mal wieder weinen. Dann spüre ich immer so eine Verbindung zu ihr - kennt ihr das? Das man meint, der/die andere muss doch auch noch an einen denken? Und mein Kopf sagt mir dann wieder, dass das aber ziemlich sicher nicht so ist. Das kommt manchmal so mittendrin. Da fühl ich mich "uns" so nah und dann tut es weh. Ich bin dann auch überfordert und schwanke sekündlich zwischen, Angst, Sehnsucht, Realistisch sein, Hoffnung, ... hin und her.
Naja - ihr seht also, es ist jetzt nicht so, dass der Loslass-Prozess kontinuierlich ist, sondern eben in Wellen verläuft. ABER: dann gelang es mir, es wieder einfach nur zu beobachten und es nicht wegmachen zu wollen und dann wurde es wieder leichter.
Ausserdem stelle ich gerade fest, dass mich das Schreiben hier ruhig macht. Durch das Strukturieren und Ausformulieren der Gedanken, entspannt sich etwas in mir. Ich glaube, ich werde versuchen, jetzt auch so eine Art Tagebuch daraus werden zu lassen - aber ohne Druck
Was mir gerade auch gut tut, ist es, Menschen in meiner Umgebung bei ihren Problemen zu unterstützen. Ich scheine gerade für viele ein wichtiger Ansprechpartner zu sein, da sich gerade viele meiner Freunde mir mit sehr intimen Dingen anvertrauen und immer wieder nach Rat fragen. Ich habe gelernt zuzuhören und für andere da zu sein. Halte mich mit Lösungsvorschlägen so gut es geht zurück und versuche ihnen einfach Verständnis entgegenzubringen... Das ist das, was ich die letzten Monate extrem gelernt habe. Mir hat es nicht geholfen, wenn mir Menschen gesagt haben, was ich tun soll. Oder dass das schon wieder wird und was man sonst noch so alles hört. Mir hat es geholfen, wenn Menschen mir gesagt haben, dass das was ich fühle und wie ich bin, in Ordnung ist. Dass ich "normal" bin. Dass das alles jetzt sein darf. Und natürlich, wenn manche sich schon in ähnlichen Situationen befunden haben, dass sie es nachvollziehen konnten. Da macht dann Mut, dass jemand so etwas mal überwunden hat. Aber alle anderen Gespräche waren - sorry - für die Katz, wenn auch gut gemeint.
Und dass ich das nun erfahren habe, hilft auch mir, ein besserer Gesprächspartner zu sein, glaube ich - und das merkt mein Umfeld. Also: ein Punkt, den ich definitiv als etwas positives aus der Sache ziehen kann - juhu
Euch allen einen schönen TAG!