Starre hat geschrieben:Ich kann nur sagen, dass ich sie unglaublich vermisse. Aber ich muss mich auch schützen vor Verletzungen. Und solange ich das tun muss, kann ich keinen Schritt auf sie zugehen.
Das kann lange dauern, sehr lange. Denn man spürt oft noch eine Verbindung zum Partner und daraus entstehen wieder Erinnerungen und daraus wiederum neue Wünsche.
Man wünscht sich wieder Aufmerksamkeit und Anteilnahme vom Anderen, weil man das vermisst und gerade keine enge Bezugsperson hat. Alle Freundinnen dieser Welt können das nicht ersetzen.
Freundschaft geht nur, wenn man sich entliebt hat. Aber dann hat man meist auch kein Bedürfnis mehr danach, weil man das Fehlen des Expartners mittlerweile kompensiert hat und das nicht unbedingt mit einer neuen Liebe. Man kann den Ex. dann als Bestandteil der Vergangenheit sehen, aber akzeptiert, dass er für die Gegenwart nicht wichtig ist und für die Zukunft nicht mehr von Bedeutung sein wird.
Solange Jemand Sehnsucht verspürt, solange hofft er inwendig noch. Klar kann man die tolle Freundschaftsschiene probieren, aber man muss dann eben auch mit den Verletzungen klar kommen, die sich zwangsläufig einstellen werden.
Ich habe es damals nach der Trennung auch probiert, denn nichts erschien mir unmöglicher, als ihn ganz zu streichen. Also trug ich ihm meine Freundschaft an, weil es mir als eine Art Hilfestellung erschien. Besser so als gar nicht!
Aber es klappte nicht, denn wir telefonierten noch und es tat mir weh zu hören, wie locker er sein Leben weiter lebt, während ich ...
Und ich spürte und fand an scheinbar unbeteiligten Rückfragen heraus, dass er sich wieder mal in Widersprüche verhedderte und gelogen hatte. Damals war schon eine Neue am Horizont, aber das wurde mir erst später bewusst, denn ich wollte es nicht glauben, dass er kurz nach mir schon die Nächste hatte. Aber er berichtete gelegentlich von so seltsamen Wochenendunternehmungen ...
Ich zog mich wieder zurück, unter Schmerzen. Und nach einiger Zeit dockte ich wieder an. Wir verlegten uns mehr und mehr auf Mails (die taten weniger weh), aber rückblickend muss ich zugeben, dass ich ihn damit wieder für mich interessieren wollte. Ich schrieb zu lange, zu oft und kapierte nach einigen Monaten endlich, dass er eine neue Beziehung eingegangen ist, die er mir wieder verschwieg. Vorausgegangen hatte ich schon bemerkt, dass sein Interesse an einem Austasch immer mehr erlahmte. Die Mails wurden weniger und kürzer.
Dieser Widerspruch aus dem Wunsch nach Kontakt und andererseits die ständigen Erkenntnisse, dass man getrennt ist und bleibt und der Kontaktwunsch eher einseitig ist, schmerzt unendlich. Man tut sich selbst immer wieder weh. Und das wiederum verbirgt man vorm Anderen, weil man es erstens nicht zugeben will, dass man immer noch bis zu den Ohren in der Beziehung verstrickt ist und zweitens, weil man als ach so lockere Freundin ja eh nichts zu sagen hat.
Ich würde davon abraten, es klappt nicht. Der Kontaktwunsch ist oft einseitig, vor allem wenn der /die Ex. bereits eine neue Beziehung hat. Dass derjenige, der sich getrennt hat, meist kein Bedürfnis nach weiterem Kontakt hat, zeigt sich ja durch sein Verhalten: Desinteresse, Rückzug, Kontaktabbruch.
Willst Du Deinen Expartner noch dafür belohnen und wieder hinterher laufen, Schiffchen? Denn es ist ja nichts Anderes.
Wie gesagt, probieren kann man es, aber man sollte sich hinterher dann nicht darüber grämen, wenn die Resonanz nicht so ist wie erhofft. Solche Wünsche zeigen einem, dass man immer noch nicht mit der Beziehung abgeschlossen hat.
Es hat lange gedauert, viel zu lange, ehe mein Interesse nachieß. Aber heute brauche ich ihn nicht mehr. Er ist schlichtweg überflüssig geworden und das fühlt sich gut an. Ich lebe im Hier und Jetzt und darin hat er keinen Platz. Mit diesen Wünschen richtet man den Blickwinkel wieder nach hinten, anstatt nach vorne.
Sonnenblume