Der lange Weg...

Die Trennung verarbeiten und nach vorne schauen
knoff
Beiträge: 250
Registriert: Mi 27. Jul 2016, 19:07
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von knoff » Mo 24. Okt 2016, 18:47

Ach liebes schiffchen... :-)
schiffchen92 hat geschrieben:Hallo ihr,
da habe ich mich so gefreut über die Worte von Sonnenblume und Knoff, hab mich wirklich endlich auf dem Weg der Besserung gesehen, mich selbst wieder gespürt.
Und dann tappe ich in diese Falle -.-*
Wir haben beide den gleichen Streamingdienst für Musik genutzt und da hatte ich ihn unter Follower noch in meiner Liste.
Ist mir vorher gar nicht aufgefallen, weil ich daran gar nicht gedacht habe.
Haben da nie Musik ausgetauscht oder sowas.
Naja und dann hab ich ihn gesehen und gerade in dem Moment lief im Radio "unser" Lied...
Da war ich einfach noch nicht stark genug nicht draufzuklicken und mir seine Musik anzuschauen...
Ich habe nur mal drübergescannt...
Behalte die Worte im Kopf, denn es ist so. Du bist auf dem klar richtigen Weg.
Ich denke, diese "Fallen" werden immer mal wieder auf uns zukommen und wir sollten natürlich versuchen, sie zu umgehen, aber wenn es mal passiert, dann passiert ist. Wichtig ist, dass du deine Gedanken diesbezüglich klar siehst und dich das ganze nicht so sehr zurückwirft.
schiffchen92 hat geschrieben: Sein Musikgeschmack hat sich stark geändert, seit er die Neue hat. Ist wohl ganz normal, hätte nur nicht gedacht, dass es solche Musik hört...
Und letztes Jahr um die Trennungszeit hat er einige Lieder in der Playlist gehabt wie ich... Zum Beispiel dieses "Ich will nur, dass du weißt" von SDP...
Es hat mir einen Moment wirklich weh getan, weil ich mir vorgestellt habe, wie wir beide in unseren Zimmern sitzen, 500km voneinander entfernt mit den gleichen Gefühlen und Gedanken...
Und dann hab ich mich aber auch wieder zurückgeholt ins Hier und Jetzt.
Erst wollte ich schreiben: Stopp, hör jetzt auf! Du interpretierst zu viel, du machst dir zu viele Gedanken, es ist ganz egal, was er hört oder nicht. Und dann kam dein letzter Satz - der ist genau richtig. Du musst im hier und jetzt sein - es ist egal, was er hört oder nicht hört. Was er macht oder nicht macht. Alles egal.
schiffchen92 hat geschrieben: Beim Schreiben werde ich auch wieder etwas ruhiger und spüre soetwas wie Optimismus und Gelassenheit.
Er ist nicht weg aus meinem Herzen, das wird noch lange dauern, aber er nimmt mich nicht mehr ein.
Das übernehme ich für mich selbst ;)
Applaus - ich bin stolz auf dich. Du hast das wirklich sehr, sehr gut gemacht.
Rückschläge passieren, ich glaube aber es ist entscheidend, wie wir damit umgehen. Und so, wie du das in diesem Fall gemacht hast, werde ich es im Hinterkopf behalten. Ich finde, viel besser konnte man das nicht machen und sagen.

Hab einen schönen Abend.
knoff

knoff
Beiträge: 250
Registriert: Mi 27. Jul 2016, 19:07
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von knoff » Mo 24. Okt 2016, 21:44

schiffchen92 hat geschrieben: Es klingt stärker und toller als es eigentlich ist - aber ich bin froh, dass ich dieses Mal einen Gedanken / Einstellung formulieren kann, an der ich mich orientieren kann. Sonst hat mich das ja immer ordentlich zurückgeworfen. Die Gedanken an ihn und viele Fragen sind wieder da, auch stärker als ich es wollte.
Und das ist doch eine unglaublich gute Sache. Klar, dass die Gedanken stärker da sind, als du es wolltest, ist unschön, ABER: Es schmeißt dich nicht vollkommen zurück, du hast klare Gedanken. Ich finde, dass das vollkommen okay ist!
schiffchen92 hat geschrieben:
Zum einen ist es gerade mal 2 Wochen her, dass ich die Kontaktsperre (wirklich ohne soziale Netzwerke) eingeführt habe. Es kam mir vor wie 2 Jahre, in mir ist alles so viel ruhiger geworden. Naja, nach 2 Wochen kann man nicht erwarten, dass sich eine Wunde komplett geschlossen hat und geheilt ist. Ein bisschen enttäuscht bin ich trotzdem, auch wenn ich dabei über mich selbst grinsen muss.
Auch da solltest du doch genau wissen (wie alle anderen hier), dass bei allen Sachen die erste Zeit die schwierigste ist.
Ich war ja scheinbar für 1-2 Leute hier in dieser Hinsicht ein "Vorbild" (was ich dann wirklich schön finde!) und ziehe das daher ja auch schon ein wenig länger durch. Mittlerweile ist es überhaupt nicht mehr schwer - wenn ich mal gucken will, gucke ich mir kurz die Benachrichtigungen an und dann gehe ich wieder.
Es wird auch hier einfacher, je länger es dauert. Das wird schon!
schiffchen92 hat geschrieben:
Ich danke Euch, dass ihr mich hier noch begleitet. Schicke euch virtuelle Umarmungen!

Schiffchen
Wir begleiten dich immer, solang wie es halt dauert. :-)
Viel Erfolg beim recherchieren. :-)

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Mi 26. Okt 2016, 10:40

Liebes schiffchen,

Du hast mal am Anfang in einem Post bei mir gescherzt, dass Du wohl genau das Negativbeispiel für mich wärst, wie es nicht gehen soll :) Klar ist es ein "Graus" zu sehen, dass jemand so sehr leiden muss bis er loslassen kann, wie Du. Aber es gibt sicher ganz viele Menschen, denen es ähnlich geht. Allerdings habe ich - seit ich hier angemeldet bin - ganz viele Stränge von ganz vielen unterschiedlichen Leuten hier gelesen und in sehr vielen dieser Schicksale hast Du liebes schiffchen immer ganz tolle Beiträge verfasst. Wie man was besser machen kann, hast getröstet, Ratschläge gegeben und hätte ich Dich da noch nicht gekannt, hätte ich gedacht: Wooww so möchte ich irgendwann auch einmal auf meine Sache blicken.

Der Punkt ist: Du nimmst Deine eigenen Ratschläge für Dich irgendwie nicht in Anspruch. Und ganz vielleicht - und bitte nicht böse sein, das ist nicht böse gemeint - kann es sein, dass Du gar nicht loslassen WILLST? Ich bin ja nun wirklich in der absoluten Anfangsphase meines Loslassens. Am Freitag sind es bei mir erst drei Wochen seit Kontaktabbruch. Aber ich mache mittlerweile wirklich so viel für meine Trauerbewältigung, sei es Yoga, seit heute Meditation, ausgehen, zwischendurch immer wieder ganz dolle Heul- und Schreikrämpfe die ich im Wald rauslasse, Therapie die am 23.11. anläuft usw. usw. und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich ohne das Alles längst aufgegeben hätte und mit dem Kopf gegen eine Wand gelaufen wäre.

Natürlich verlangt niemand, dass man seine Beziehung so schnell es geht loslässt, aber ich für meinen Teil merke einfach, dass alle Tipps wie FB blocken, Telefonnummer löschen, Sachen wegpacken usw. usw. wirklich sehr helfen. Natürlich ist alles auch mit Schmerzen und Trauer verbunden. Aber man merkt eben auch, wie es weniger wird, ich merke das jedenfalls. Nun ist auch nicht jeder Mensch gleich gestrickt, das weiß ich. Aber ich versuche einfach auch, nicht alles "über zu analysieren". Klar hat jeder seine Dämonen aus Kindheitstagen oder Verlustängste oder was weiß ich was für Makel. Aber ganz aktuell geht es einfach darum, Die Ex-Partner loszulassen und das hat für mich im Moment nichts mit meinem kleinen Kind in mir zu tun. Sicher war das in der Beziehung ein Faktor genau wie viele andere Sachen. Aber erstens hat mein Ex in der Beziehung genauso verkackt wie ich und zweitens möchte ich ihn erst einmal loswerden und dann kann ich analysieren, was mein inneres Kind für ein Depperle ist. Oder von mir aus auch parallel dazu.

Aber alles was wir jetzt ins Unermessliche analysieren blockiert uns zum Teil auch am Loslassen, weil das was uns betrifft im Moment nicht das alleinige Problem ist. Wir müssen jetzt für uns sorgen, uns um uns kümmern usw. Keine Frage, aber was mein inneres Kind oder der Rest der Dämonen aus mir gemacht hat, darum kümmere ich mich, wenn es mir etwas besser geht.

Fühl Dich auf jeden Fall fest gedrückt :)
Marsi

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Mi 26. Okt 2016, 16:06

Liebes schiffchen,

Du schreibst, Du hast die ZWEI Wochen geliebt ... Zwei Wochen in 1 1/2 Jahren? Das versteh ich jetzt nicht. Denn wenn es so wäre, dann wäre das in der Tat mehr als wenig. Mit Nicht-Loslassen meine ich, dass Du ihm immer noch Raum in Deinem Kopf gibst, dass Du immer noch Gedanken an ihn verschwendest. Dass Du immer noch analysierst, darüber nachdenkst. Selbst wenn Du die Pobacken zusammenkneifst, Du tust es nur halbherzig, denn sonst hättest Du diesen extremen Gedankenkreisel nicht mehr. Vor allem: Du hast längst einen neuen Partner, das finde ich noch viel erschreckender. Allein daran siehst Du doch, dass Du überhaupt noch nicht abgeschlossen hast und letztendlich damit auch nicht wirklich willst.

Klar willst Du Dich selbst wieder, das verstehe ich und vielleicht hast Du mal ein paar Tage, in denen Du Dich wohlfühlst. Aber das ist einfach nicht wirklich das, was Du Dir wirklich zugestehst. Du tust so, als würdest Du Dich wohlfühlen, lachen, glücklich sein usw. Aber Du bist es einfach nicht. Und deswegen meine ich, Du WILLST es auch nicht. Was Dich davon abhält, ich hab keine Ahnung.

Vielleicht tut Dir einfach auch der Partner nicht gut. Du müsstest für Dich alleine sein. All das durchmachen was wirklich weh tut und zwar ohne diese Gefühle überzuanalysieren. Sie einfach hinnehmen ohne an irgendein inneres Kind zu denken oder was man da eventuell am Partner rumtherapiert hat und was nicht. DAS sind hier derzeit nicht die Fragen die geklärt werden müssen. Geklärt muss werden, dass WIR uns wohlfühlen und von unserem Trauertrip runterkommen. Vielleicht ist da ein neuer Partner eher hinderlich wenn man über den alten Ex noch nicht hinweg ist.

Ich kann Dir keine wirklichen Tips geben, ich selbst tu einfach alles was mir möglich ist und ich merke einfach, dass es mir jeden Tag besser gelingt, auch wenn ich immer noch Heulattacken habe. Heute habe ich sogar festgestellt, dass ich die Telefonate mit ihm zwar vermisse, aber schon nicht mehr wirklich weiß, wie sich seine Stimme anhört. Und das finde ich nicht einmal schlimm, im Gegenteil. Das ist ein weiteres Mosaiksteinchen auf meinem Weg weg von ihm. Ich tu mir Gutes, ich meditiere ohne mir vorher 1.000 Ratschlage-Bücher von irgendwelchen Möchte-Gern-Gurus über Liebeskummer reinzuziehen. Ich habe hier meine Leute im Forum, ich habe das Ex-Loslassen-Programm gemacht und den Rest hol ich mir über youtube (also die Meditationsvideos). Ich weiß ich hab Schichten in meinem Inneren abzutragen, die mir sicher Kummer machen. Aber das ist mir gerade schlichtweg wurscht. Diese Schichten kommen dran, wenn ich meinen Ex, meinen Liebeskummer und die Beziehung losgelassen habe. Erst dann kommen meine Dämonen.

Hör auf alles was Du denkst, fühlst oder sonst was zu überdenken und zu Tode zu analysieren. Es ist wie es ist. Er ist weg, er will keine Beziehung, er ist ein Arsch (so denke ich auch über meinen Ex obwohl er keiner ist). Er will Dich nicht, er ist selbst ein kaputter Typ und fertig. Denk nur noch an Deine Zukunft, Deine Uni, steigere Dich nicht in Deine Arbeit zu sehr hinein, genieß das schöne Herbstwetter (auch wenns Scheiße regnet), geh raus, lauf in den Wald, sammler Blätter und schmeiß sie durch die Gegend, schreib seinen Namen auf in großen Buchstaben, ganz fett und dann verbrenne das Blatt Papier. Heul solange bis Dir (entschuldige die derbe Umschreibung) die Rotze aus der Nase auf die Lippen läuft, lass es einfach laufen. Lass alles zu, aber denk nicht darüber nach.

Es klappt bestimmt schiffchen, ganz bestimmt :) Und immer wieder schreiben, schreiben, schreiben :D Schreib hier in Deinen Strang Briefe an ihn. Beschimpfe ihn und wünsche ihm all das Böse auf der Welt (auch wenn Du es nicht wirklich willst, tu es einfach). Es wird besser ganz sicher.

Liebe Grüße
Marsi

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Do 27. Okt 2016, 13:07

schiffchen92 hat geschrieben:Ganz ehrlich?
Ich weiß gar nicht mehr was ich denken oder fühlen soll.
Ich glaube ich überanalysiere wirklich alles. Jede kleinste Gefühlsregung, jedes winzige etwas in mir.
Gestern im Auto hab ich wirklich mal geschrien und ihn beschimpft, richtig schlimm beleidigt und ihm das schlechteste vom schlechten gewünscht. danach ging es mir um 100% besser und ich hatte einen ganz tollen Abend mit meinem Freunden aus der Heimat.

Natürlich lässt mich nicht los was immer mal wieder hier gesagt wird und was auch in meinem Kopf herumschwirrt: wie kann ich trotz allem jetzt mit meinem Freund zusammen sein. Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich wünschte ich könnte, aber von außen betrachtet ist es einfach nicht nachvollziehbar.
Ja ich brauche die Zeit für mich und ich weiß noch nicht wie ich dahin komme.
Schluss machen, so weiter machen, 3 Tage nur für mich in denen ich 'verarbeite'.
Keine Ahnung.
Liebes Schiffchen,

prima, das ist doch toll, ich freu mich für Dich. Genau so sollst Du es machen. Hör auf Dich oder Deinen Ex oder diese verflixte Beziehung zu analysieren. Letztlich bringt es Dich nicht weiter, es hemmt Dich nur, weil es Dich in der Gedankenschleife hält. Mach es so wie gestern, das ist doch klasse wenn es Dir geholfen hat. Schreie, weine, prügle auf irgendwas ein, stampfe mit den Füßen und schüttel Dich bis Dir schwindlig wird. Scheißegal was, aber lass diesen seelischen Sondermüll in Dir endlich raus. Dann atme durch und mach - wie gestern - etwas Schönes.

Ich kann nicht beurteilen ob Du Deinen Freund liebst oder lieb hast oder gern hast oder was Du empfindest. Vielleicht hältst Du Dich an ihn, weil Du glaubst Du schaffst es nicht alleine. Was auch immer, es ist egal. Die Idee, einen oder zwei Tage in der Woche für DICH ganz allein zu nutzen finde ich gar nicht schlecht, im Gegenteil. Fang mit einem Tag an und steigere Dich auf zwei wenn Dir danach ist. Du musst ja nicht gleich komplett alleine bleiben. Aber nutze bewusst diesen einen Tag für DICH, Deine Loslassen-Gefühle, für etwas Schönes anschließend und wenn es nur Serien gucken oder Spazieren gehen oder sonst was ist. Du musst Deinen Freunde nicht komplett aus dem Leben verbannen, aber Du musst lernen ALLEINE mit Deinen Gefühlen klarzukommen.

Alleine und natürlich mit uns hier :)

Drück Dich
Marsi

knoff
Beiträge: 250
Registriert: Mi 27. Jul 2016, 19:07
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von knoff » Do 27. Okt 2016, 15:04

schiffchen92 hat geschrieben:Ganz ehrlich?
Natürlich lässt mich nicht los was immer mal wieder hier gesagt wird und was auch in meinem Kopf herumschwirrt: wie kann ich trotz allem jetzt mit meinem Freund zusammen sein. Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich wünschte ich könnte, aber von außen betrachtet ist es einfach nicht nachvollziehbar.
Ja, diese Frage habe ich dir ja auch schon 1, 2 Mal gestellt - danach konnte ich es etwas besser verstehen. Aber zu 100% fällt es mir natürlich immernoch schwer. Wichtig hierbei ist für mich einfach, dass du dir nochmal klare Gedanken darüber machst, warum das so ist. Was fühlst du? Bist du in der Beziehung, so wie sie ist, glücklich? Ist das so der richtige Weg?
Diese Fragen kann keiner außer dir beantworten, ich finde nur, dass das die Vorraussetzungen um das
schiffchen92 hat geschrieben:Ja ich brauche die Zeit für mich und ich weiß noch nicht wie ich dahin komme.
Schluss machen, so weiter machen, 3 Tage nur für mich in denen ich 'verarbeite'.
Keine Ahnung.
Beantworten zu können. Nur, wenn du dir sicher bist, kannst du hier auch eine Entscheidung treffen.

Mir fällt es schwer, da einen Ratschlag abzugeben. Ich glaube nicht unbedingt, dass dich die neue Beziehung vom Verarbeiten oder Vergessen abhält - ich glaube, hier hakt es irgendwo anders. Wo genau dieser Punkt ist, weiß ich (bisher) nicht so wirklich.

Trotzdem bin ich weiterhin davon überzeugt, dass du es schaffen wirst, weil du - auch das habe ich bereits mal erwähnt - glaube ich stärker bist, als du eigentlich glaubst.

knoff

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Fr 28. Okt 2016, 12:09

schiffchen92 hat geschrieben:Dass es erstmal weh tun wird, noch mehr weh tun, ganz gleich, was ich in den nächsten Wochen entscheiden werde.
Mit dem Unterschied, dass es JETZT weh tut wenn Du loslässt und egal was Du in den nächsten Wochen entscheidest, dass es BESSER wird, wenn Du JETZT loslässt. Verstehst Du was ich meine? Wenn Du Dich jetzt für das Leiden entscheidest tut es weh und wenn Du Dich in zwei Wochen entscheidest, dass Du loslässt, dann tut es wieder weh und immer noch weh. Natürlich tut es weh, egal was Du entscheidest. Aber wenn Du es jetzt tust, dann wird es in ein paar Wochen besser sein. Leiden bringt Dir keine Besserung, es bleibt und zwar immer, das siehst Du doch jetzt bei Dir. Aber wenn Du es wirklich willst, dann wird es auch besser werden. Ich kann ja nur von mir aus gehen und was mit mir passiert oder passiert ist. Und ich merke einfach, dass das Verarbeiten des Trennungsschmerzes mir hilft, dass das Loslassen gut tut, weil es insgesamt besser wird. Natürlich schmerzt es noch und natürlich bin ich längst nicht darüber hinweg. Aber ich merke und ich LASSE ZU, dass es allmählich aufwärts geht. Aber dass muss man dann auch bewusst zulassen und sich darüber freuen.

Lass Deine Beziehung zum jetzigen Partner wenn Du Dich noch nicht entscheiden kannst. Dann gib der Beziehung noch eine Chance und lasse sie erst einmal so wie sie ist und konzentrier Dich ausschließlich darauf, Deine Ex-Beziehung zu verarbeiten. Wenn Du das geschafft hast, dann siehst Du auch für Deine jetzige Beziehung klarer, da bin ich sicher.

Liebe Grüße
Marsi

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Fr 28. Okt 2016, 14:58

schiffchen92 hat geschrieben:Liebe Marsi,
ich fühle mich gerade wie eine blutige Anfängerin und in meinem Kopf dreht sich alles.
Wie akzeptiere ich, dass es vorbei ist? Ich merke, dass in mir die Hoffnung wohnt und sie kein Stück kleiner geworden ist.
Ist es das aufsagen, mit sich selbst sprechen? Wie bringt man dann die ganzen Erinnerungen und Gedanken zu schweigen die dann immer auftauchen?
Es tut mir so leid wenn ich mich hier wiederhole und es scheint als pralle alles an mir ab.
Zunächst einmal solltest Du dieser Hoffnung lebewohl sagen. Laut, deutlich, vor dem Spiegel und zu Dir selbst. Es gibt keine Hoffnung mehr, der Mann ist seit ewigen Zeiten nicht mehr Deiner, hat eine Beziehung und lebt sein Leben während er DICH immer noch gefangen hält. Und tut mir leid, wenn das jetzt hart klingt: Würde er Dich wollen oder eine Beziehung zu Dir, dann wäre er wohl längst wieder da. Es ist wahnwitzig zu glauben, dass da Hoffnung besteht, das verstehe selbst ich nicht und ich könnte mir rein theoretisch Hoffnung machen, ich bin noch völlig am Anfang.

So hart das ist: Er will Dich nicht und Du bekommst ihn nicht, Punkt! Jetzt musst Du eben all das machen, was wir auch tun, was alle Leidenden hier tun. Hör Dir ein besonderes Lied an, nimm ein Bild sofern Du noch eines hast, setz Dich ins Auto, fahr irgendwo hin wo Du Ruhe hast und heul erst einmal Rotz und Wasser. Leg Dich zwei Tage ins Bett, grab Dich ein, lass das Stechen im Herzen und die Gedanken zu, schrei ins Kissen und heul wieder. Und danach STEH AUF, wirf alles weg was an ihn erinnert, räum Deine Bude um, hol Dir eine neue Pflanze, streich Wände oder hol Dir von mir aus neue Vorhänge. Und wieder danach gehst Du raus, spazieren, joggen oder ins Cafe. Und wieder danach liest Du ein Buch. Alles Tätigkeiten die Dir am Anfang völlig sinnlos vorkommen und auf denen Dich wieder die Gedanken begleiten. Egal, tu es einfach. Du musst es aber TUN!!!!!!!!

Du musst so tun als ob Du keinen Partner hast, sondern die Beziehung vorbei ist und Du bist alleine. Und dann kümmere Dich endlich um Dich selbst und zwar nicht halbherzig, sondern mit ganzer Kraft und vollem Willen. Liebes Schiffchen, es geht nicht, wenn Du es nicht willst. Und Du willst es einfach nicht, sorry. Auch wenn Du sagst Du willst es, Du willst da raus, ich glaube Dir nicht. Denn wenn Du das wirklich wolltest, dann würdest Du einfach nicht nach eineinhalb Jahren immer noch so in dieser Trauerschleife hängen.

Vielleicht solltest Du Dir einfach auch - wie ich - professionelle - Hilfe holen. Und zwar nicht bei einem Psychologen, sondern bei einem Psychiater. Eventuell hast Du ja auch eine Depression, jedenfalls würde ich das mal annehmen. Mir hat schon geholfen, dass ich jetzt erst einmal Medikamente habe und zwar keine Chill-Pillen, sondern ein Präparat, dass mich nachts auch durchschlafen lässt. Der Gedanke an meinen Gesprächstermin und an die startende Gesprächstherpie gibt mir enormen Auftrieb. Ich freue mich darauf, wenn meine Baustellen aufgeräumt sind. Das solltest Du auch tun, es hilft Dir sicher. Nicht unbedingt für irgendwelche Baustellen aus der Kindheit, aber eine Therapie zur Verarbeitung Deines doch recht ungewöhnlichen Kummers.

Natürlich leider jeder unterschiedlich und lange Beziehungen bedürfen auch einer langen Trauerzeit. Aber es kann nicht sein, dass Du nach eineinhalb Jahren immer noch in dieser Hoffnung drin hängst. Dass man noch Jahre danach mal Momente hat, wo das Herz schmerzt oder man mit Wehmut und einer gewissen Traurigkeit an dem Ex hängenbleibt, okay. Aber Dein Zustand ist schon fast ein bisschen besorgniserregend. Jedenfalls für mich, mich erschreckt das sehr und es tut mir vor allen Dingen ganz ganz dolle für Dich leid schiffchen. Du musst Dir da bitte unbedingt Hilfe zur Seite holen.

Ich würde Dir so gerne noch viel mehr Ratschläge geben und Dir auch gerne den Schmerz nehmen. Aber ich kann nicht mehr als zuhören und schreiben was ich für Dich fühle bzw. mir für Dich wünsche.

Fühl Dich doll umarmt
Marsi

Sole13
Beiträge: 116
Registriert: Mo 7. Mär 2016, 15:19
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Sole13 » So 30. Okt 2016, 19:09

Liebes Schiffchen,
ich glaube sehr daran, dass es dir danach besser gehen wird! Ich denke, du wirst vor allem stolz darauf sein, das Ganze angepackt zu haben und dich der Situation gestellt zu haben, anstatt alles zu verdrängen.
Du schaffst das!!!!!

Fühl dich gedrückt..

Marsi
Beiträge: 224
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:40
Geschlecht:

Re: Der lange Weg...

Beitrag von Marsi » Mo 31. Okt 2016, 09:18

Liebes Schiffchen,

es wird Dir bestimmt besser gehen. Nicht heute, nicht morgen und vielleicht auch noch nicht übermorgen. Aber mit jedem Mal in dem Du weinst, mit jedem Stück dass Du von ihm wegpackst und mit dem Acc und jeder Möglichkeit die Du kappst um ihn zu erreichen, wird es weniger werden. Es werden immer wieder Tage kommen an denen Du weinen musst, tu es. Weine, schreie, schluchze, tu alles was die Situation dann gerade erfordert. Bestell Dir DVDs von Lieblingsserien oder Lieblingsfilmen, ganz viele, hab ich auch gemacht. Damit füllst Du die Lücken, die ein Wochenende manchmal eben hat wenn man nicht rausgehen mag. Geh spazieren, nur ne halbe Stunde, das reicht schon. Kuschel Dich ein und weine wieder wenn Dir danach ist.

Glaub mir bitte: Es hilft wirklich, mir hilft es auch. Ich bin noch lange nicht fertig mit Trauern, aber ich merke wirklich, dass es mir hilft wenn ich es rauslasse.

Ich drück Dich ganz fest Schiffchen und bin in Gedanken bei Dir. Wir schaffen das schon, ganz bestimmt :)

Liebe Grüße
Marsi

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste