So, ich mag mich auch mal wieder zu Wort melden
Hoppelipoppeli hat geschrieben:Ich kann und will das gerade irgendwie alles nicht bewerten, hab keine Lust mir da groß einen Kopf drum zu machen (...)
Das sehe ich ein wenig anders. Das tust Du imgrunde die ganze Zeit über. Zum Teil natürlich auch unbewusst.
Du kannst Dich, Dein Verhalten und seines wirklich wunderbar reflektieren. Ich denke, Du hast aufgrund Deiner Sensibilität einfach sehr gute Antennen dafür, die allerdings durch sein Fremdgehen noch weiter geschärft und dadurch noch empfindlicher wurden (ständige „Alarmbereitschaft“).
Insofern ist es eigentlich nur logisch, dass Dein Inneres zur Zeit nie in den völligen Entspannungmodus kommen kann und jede Situation (mit ihm) entsprechend „abklopft“.
Zeigt sich ja auch an Deinen Gedanken, die Du geschildert hast:
Hoppelipoppeli hat geschrieben:Wie gesagt haben wir Sonntagabend telefoniert (mein Gedanke: ihm war langweilig auf der Fahrt)
Hoppelipoppeli hat geschrieben:...er hat Tickets für eines im November und fragte ob ich mitgehe (ich denke: will wohl sonst keiner?)
Hier hättest Du wieder „Futter“ für eine ganze Therapiesitzung
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Man sieht immer noch sehr schön, wie tief diese „Muster“ in Dir verankert sind.
Mir fällt das wohl auch so auf, weil ich teilweise sehr ähnliche Probleme habe
Er sitzt immer noch auf dem Thron, den Du ihm „bewusst“ eigentlich nicht mehr zubilligen möchtest.
Deine „inneren gelernten Muster“ stellen ihn aber nach wie vor über Dich und Deine Bedürfnisse. Das birgt natürlich eine gewisse Ambivalenz. Sowohl in Deiner Denkweise als auch in Deinem Verhalten.
Hoppelipoppeli hat geschrieben:Wir waren noch zusammen, als ich ihn zu meiner Party zu meinem 30. eingeladen habe. Die fiel in die Karnevalswoche. Er sagte mir er könne wohl nicht kommen, weil eine Freundin ihm zum Karneval feiern besucht. Damals war ich noch so "heeeey, alles easy, viel Spaß!". Nach der Trennung fand ich es scheiße. Wir wohnen einen km auseinander. Er hätte sicher mal vorbeikommen können - wen er es gewollt hätte. Jedenfalls hat er gestern nebenbei von einer Kommilitonin erzählt, aus Erzählungen kannte ich sie schon, wusste sie sind befreundet aber eher durch die Clique, sie ist wohl was schwierig. Und um genau diese Freundin ging es. Sie hatte ihn Karneval besuchen wollen. Und wisst ihr was? Sie hat ihn sitzen lassen, weil sich andere Optionen für sie ergeben haben. Da dachte ich dann schon wieder "Arschloch! Wegen DER?"
Ich würde Dir wirklich wünschen, dass Du Dir langfristig ein wenig von dieser „Freundin“ bzw. ihrem Verhalten abschneiden könntest.
Sie ist wohl etwas „schwierig“. Aha.
Er hat DIR (seiner Partnerin!!) gegenüber IHR den Vorzug gegeben. An DEINEM 30. Geburtstag. Als Ihr noch ZUSAMMEN wart
Hier rollen sich bei mir innerlich gleich schon wieder die Fußnägel auf. Das zeigt doch ganz deutlich, wo Du in seiner „Hierarchie“ gestanden hast. Ich glaube, hier hätte ich ihm hier schon entsprechende „Konsequenzen“ aufgezeigt. Er hatte sozusagen „Narrenfreiheit“.
Und das auch noch zu Karneval (*tä-täääää*
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).
Durch Dein „entspanntes Verhalten“ (das wäre evtl. effektiv gewesen, wenn Ihr zu dem Zeitpunkt NICHT zusammen gewesen und gerade dabei gewesen wäret, Euch besser kennenzulernen) hast Du ihm signalisiert:
„Du stellst eine andere Frau über mich und setzt Deine Prioritäten zugunsten dieser Frau, und ich nehme es entspannt hin“.
Es mag sicher Konstellationen geben, die so ein Verhalten VIELLEICHT rechtfertigen würden. Z.B. Ihr wärt zum Kaffeetrinken verabredet und die „Freundin“ ruft an, weil sie in einer Notsituation ist. Aber auch hier gelten meiner Meinung nach entsprechende Grenzen.
Hoppelipoppeli hat geschrieben:"Arschloch! Wegen DER?"
Ja, genau wegen DER. Und warum? Weil er nur eine Option für sie war und sie ihn das hat ganz deutlich spüren lassen. Sie hat ihn ganz einfach versetzt. BÄM! Sie war schwierig, unbequem, vielleicht schwer durchschaubar, dementsprechend spannend, eine Herausforderung.
Zuhause die „nette“, verständnisvolle Freundin, die ihn immer versteht und immer für ihn da ist.
Es bewahrheitet sich leider immer wieder: zu „nettes“ Verhalten zahlt sich einfach nicht aus. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Sie, die etwas „Schwierige“, die ein lustiges Karnevalswochenende mit ihm verbringen möchte, sticht Dich (die „Nette“), die mit ihrem PARTNER ihren 30. Geburtstag (!!) feiern möchte, kurzerhand aus.
Hoppelipoppeli hat geschrieben:Ich denke mir, dass er mich nicht als Frau sieht. Sondern als Beste Freundin oder Schwester oder sowas. Wie komme ich da raus?
Er sagte, er hat an Dich gedacht und Dich vermisst. Das glaube ich ihm sogar. Dich, den sicheren, bequemen Hafen, bei dem man sich immer so gut verstanden fühlt und sich nach „spannenden“ Abenteuern so schön ausruhen kann. Seine „Seelenverwandte“.
Mr. New hatte Dir vor einiger Zeit mal seine männliche Sicht zum Thema „Seelenverwandte“ geschrieben. Ich kopiere es mal kurz rüber:
Mr New hat geschrieben:
Hoppelipoppeli hat geschrieben: und bei mir eher die emotionale Nähe und die Sicherheit sucht. Als er sich im August zuletzt trennen wollte, sagte er mir, dass ich seine Seelenverwandte sei... dass ich die einzige und erste sei, die ihn nie nervt, die immer bei ihm sein kann... dass er bei mir den Gedanken hätte, eine Beziehung sei vllt gar nicht so schlimm. Trotzdem wollte er sich trennen, weil er vor dieser Beziehungssache scheut und ihm damals eben Hollywood und Leidenschaft gefehlt haben.
Dazu möchte ich dir auch noch kurz etwas schreiben.
Die Formulierung "Seelenverwandte" hat bei Frauen und Männer meiner Meinung nach eine unterschiedliche Bedeutung.
Ein Mann hat gern eine Seelenverwandte, aber dann als Kumpeline. Die Frau, die ein Mann will, hat nichts mit einer Seelenverwandten zu tun. Bei ihr will er sich nicht anlehnen können oder sein tiefestes Inneres ausschütten. Eine Frau, die er will, will er begehren, umgarnen, seinen Jagttrieb haben.
Ich finde es immer super, wenn ich ältere Pärchen in der Stadt sehe und der Mann seiner Frau noch nach Jahren auf den Hintern haut und sie kichernd davon rennt. Er zeigt ihr damit, dass er sie begehrt und er sie heiß findet. Ihr gefällt das auch und es zeigt wie belebt die Beziehung ist. Sicherlich haben die beiden auch eine andere Ebene in ihrer Beziehung, aber eine Seelenverwandte sehe ich als Mann nicht unbedingt als positiv an. Und die Aussage, dass eine Beziehung mit dir gar nicht so schlimm wäre, ist für mich die schlimmste Aussage ever. Das ist nichts, wirklich nichts. Das nennt man Hinhalten. Aber Verlangen ist das nicht.
Das sind harte Worte. Aber leider wahr. Das kann ich aus eigener leidvoller Erfahrung bestätigen.
Ich weiß leider auch nicht wirklich, wie und ob man überhaupt aus dieser „Rolle“ wieder herauskommen kann. Dazu müssten sie (unsere Ex) wirklich einmal eine komplett neue Seite an uns kennenlernen. Ich glaube theoretisch schon, dass das langfristig gesehen durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Ich denke aber, dass man gewissen Persönlichkeitsstrukturen einfach nicht von heute auf morgen ablegen kann.
Es stellt sich auch die Frage, ob man das überhaupt anstreben sollte. Das sollte man eh nur dann tun, wenn man es aus eigenem Antrieb möchte und nicht, weil man einem potentiellen Partner gefallen möchte. Und hierfür braucht es Zeit. Viel Zeit.
Interessant hätte ich es gefunden, wenn Du ihn erst, sagen wir mal, nach einem Jahr (und kompletter Kontaktsperre) wieder gesehen hättest, nachdem Du Deine Therapie komplett durchgezogen und ausschließlich an DIR gearbeitet hättest. Aktuell hast Du dort noch immer diese „Doppelbaustelle“. Deine eigene Person und Dich in Interaktion mit ihm. Der Fokus in Deiner Therapie liegt also nicht zu 100% bei Dir selbst.
Ihr habt wieder eine schöne Zeit zusammen, keine Frage. Essen, Kino, gute Gespräche. Ich glaube aber, wenn ich ehrlich bin, dass, sollte plötzlich wieder eine „schwierige“ (spannend, eine Herausforderung!!) Freundin, Kommilitonin oder whatever am Horizont auftauchen, Du ganz schnell wieder den zweiten Platz auf dem Siegertreppchen hättest.
Er erobert sich gerade seinen „sicheren, bequemen Hafen“ zurück, den mal als „Option“ immer in der Hinterhand haben sollte.
Ich möchte ehrlich sein: an Eurer bisherigen „Konstellation“ hat sich meiner Meinung nach imgrunde nicht viel geändert.
Natürlich hast Du Dich mit Hilfe der Therapie weiter entwickelt und wirklich beachtliche Erfolge vorzuweisen. Aber ich fürchte, dass die „sichtbaren“ Ergebnisse einfach noch nicht deutlich genug sind, um etwas an seiner Grundintention (dass er Dich als feste Partnerin zurück möchte) und an seiner Sicht auf Dich zu ändern. Männer brauchen leider immer SICHTBARE Signale. Die Kommilitonin hat ihn einfach eiskalt auflaufen lassen und ihm so seine (unterlegene) Position deutlich gemacht. DAS war ein sichtbares Zeichen. Zwar kein „nettes“, aber ein wirksames.
So, mich verlässt gerade mal wieder meine Konzentrationsfähigkeit. Einen konkreten Rat für die weitere Vorgehensweise habe ich gerade nicht wirklich. Vielleicht hilft Dir ja der ein oder andere Gedankengang trotzdem ein wenig.