Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

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Blümchen2019
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Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Blümchen2019 » Mo 11. Feb 2019, 13:20

Hallo ihr Lieben...
zuerst möchte ich euch kurz von meiner Beziehung + der Trennung erzählen..
Mein Ex (33 Jahre)und ich (27 Jahre) waren ca. 10 Monate zusammen, hatten immer mal wieder Reibungspunkte, aber haben ausgemacht, dass wir ansprechen, falls uns einmal etwas stört... für ihn war es quasi die erste richtige Beziehung und alles neu ... Davor war er ca. 10 Jahre lang allein.
Wir lieben uns sehr und deswegen waren die Problemchen für uns kein großes Thema, wir wollten uns und waren uns bewusst, dass das auch heißt an sich und miteinander zu arbeiten.
Vor einem Monat die Trennung...
Wir waren unterwegs essen besorgen.. Ich hab ihn darauf angesprochen, warum wir die letzte Woche so wenig Kontakt hatten, dass es mir nicht gefallen hat, dass ich so wenig gehört habe von ihm aus und wollte so auch herausfinden, ob bei ihm alles okay ist... er sagtwe nicht viel.. auf dem Heimweg schwiegen wir wieder und ich machte mir Gedanken.. ich fragte ihn dann was wir hier machen.. warum wir noch zusammen wären.. damit wollte ich nicht sagen, ich wäre super unglücklich, ich wollte nur klarmachen, dass die Kommunikation nie aufhören darf und ich doch merke dass etwas ist, er sich aber nicht öffnet.. Doch zum Erklären kam ich gar nicht... Er raste vor... In seiner Wohnung dann trennte er sich sehr Wortkarg von mir, wollte nicht reden... ich versuchte noch ... aber er blockte total ab.
Ich ging in die Kontaktsperren... nach 2 1/2 Wochen schrieb er mir, ob ich nicht mal Zeit hätte die Tage... Einpaar Tage später trafen wir uns. Er meinte er wollte sein Fahrrad bei mir abholen.. Als ich ihn darauf angesprochen habe, bat er mich noch es etwas länger im Keller zu behalten, könnte also ein Vorwand gewesen sein :D Es war am Anfang etwas komisch, er war total schüchtern, kaum Blickkontakt.. aber später war es einfach nur schön, er erzählte viel von sich aus, z.B. das die ersten 2 Wochen sehrr hart waren, nichts gegessen hat, ein Kumpel ist die ganze Zeit bei ihm gewesen, wollte nicht alleinsein.. er fragte mich, ob ich ihn vermisst hätte... und auch er hat mich sehr vermisst.. eigentlich wollte ich über die Trennung reden, doch das haben wir kaum... er meinte er konnte einfach nicht mehr und er glaube ich war auch nicht ganz glücklich. Was aber nicht stimmt... er war sehr süß... machte mir ein Kompliment^^ Später wollte er einen Kumpel treffen und fragte mich ob ich ihn noch ein Stück begleite.. ich hab mich mega gefreut :) Er suchte am Ende auch bisschen Körper- und Blickkontakt ... Er fragte mich ob ich auch gerne im Kontakt bleiben würde, weil er sich drüber freuen würde... ist es hier eigentlich ein gutes Zeichen, dass er es NICHT als Freundschaft bezeichnet hat? Ich sagte erstmal ja... wenn es sich aber in Richtung Freundschaft entwickelt, werde ich das auch beenden.
Bis heute ist mit nicht ganz klar, was ihn zur Trennung getrieben hat.... es schien als wäre es ihm zu viel geworden, zu ansträngend.. dazu eine kurze Geschichte von Weihnachten:

Um Weihnachten rum hatte er eine kleine Krise... Vor ca 30 Jahren ist sein Vater da verstorben und verarbeitet hat er das nie richtig....
Er saß da und weinte bitterlich.... ich versuchte ihn aufzufangen, so hatte ich ihn nie zuvor erlebt.. wir redeten viel... zwischendrinn meinte er auf einer Seite WILL er mit mir zusammensein, andererseits wollte er vor unserer Beziehung nicht mehr leben richtig... bzw. es war ihm egal was mit ihm ist. Und nun mit mir ist er zerissen.... das Leben ist manchmal überfordernd für ihn und diese Zerrissenheit macht ihn kaputt.... das hat mir unglaubliche Sorgen um ihn und auch um unsere Beziehung bereitet.... :( :( :(
Die Krise zog vorbei und wir verbrachten Silvester zusammen...

Aber das würde die Trennung etwas erklären... Einer Freundin von mir erzählte er, dass dieser einer Spruch von mir.... warum wir noch zusammen wären.... einmal zu viel war... deswegen die Trennung.
Ich gebe zu, ich bin nicht immer ein einfacher Mensch, manchmal habe ich doof reagiert... aber auch meiner Freundin hat er noch kurz vorher immer gesagt, es läuft gut mit uns, deswegen war auch sie ratlos... sie hat den Eindruck es würde nicht unbedingt an mir liegen, sondern, dass ihm alles im Moment zuviel würde... seine Wohnung wurde ihm gekündigt, jetzt sucht er dringend eine neue, er sucht eine Arbeitsstelle, hat Geldprobleme und Gesundheitliche Probleme... die Probleme mit mir waren dann scheinbar zuviel.. :? :(

Einen Tag nach unserem Treffen schrieb ich ihm dass es schön war, er antwortete schnell.. wir schrieben aber nicht lang.... Am nächsten Tag meldete er sich von sich aus...
Am Freitag schrieben wir noch mal kurz, seitdem Funkstille... Bei unserem Treffen am 05.02. meinte er außerdem, dass wir uns ja vllt nächsten Monat nochmal sehen könnten und dass ich noch Sachen bei ihm hab..

Bei Facebook schnüffel ich natürlich auch ab und zu rum.... Unter Beziehungsstatus hat er Es ist kompliziert angeben.... das beschäftigt mich auch sehr...
Was ich nicht verstehe.... er sagt ich würde ihm fehlen.... und das er schon echt gelitten hat... warum? Er hat sich getrennt ... er wollte es so... warum erzählt er mir das dann nun? Und warum haben wir jetzt wieder Funkstille.... :(

Ich weiß nicht was ich im Moment mehr tun kann als wieder in die Kontaktsperre zu gehen... und zu warten.. und mich um mich zu kümmern? Er ist aber immer in meinem Kopf..... er fehlt mir sooooo unglaublich.... :( :( :(
Deswegen möchte ich mich jetzt einfach gerne mit euch austauschen... vllt ist ja jemand von Euch hier in einer ähnlichen Situation..

Lieben Dank fürs Lesen..... schreibt gerne... eure Eindrücke zu meiner Trennung... aber auch gerne eure Probleme... ich freu mich!

sebastian75
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von sebastian75 » Mo 11. Feb 2019, 23:50

Ziehe einen Strich unter den Trennungsschmerz und zeige Rückgrat. So bist Du stark genug, Deinen Ex zurückzuerobern. Zeit alleine heilt leider nicht alle Wunden. Wenn Du die Schritte vorher beachtest, aber schon. Und das viel schneller als Du denkst! Zeig das Du Dich verändert hast, auch einen innerlichen Wandel vollzogen hast. Oder auch Dich äußerlich verändert hast. Zeig die neue Frisur, erzähl vom Sport den Du jetzt angefangen hast, oder von neuer Kleidung die Dich interessiert. Sprich über Sachen, die der Ex nicht kennt, wo immer Du Dich in diesem Prozess auch gerade befindest, Du musst nach vorne blicken und Dich selbst wieder in den Griff bekommen.
[Links zu Seiten mit kommerziellem Background sind hier nicht erwünscht !]

Liebe Grüße
Sebastian ;) :)

Insane
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Insane » Di 12. Feb 2019, 08:19

@ Sebastian: So funktioniert das nicht. Wenn Du so eine "Strategie" irgendwo gelesen hast, dann vergiss sie ganz schnell wieder. Es funktioniert einfach nicht, etwas vorzutäuschen, das in der Realität nicht ist. Und so ein 08/15 - Rezept passt eh nicht immer und hier bei Blümchen sicher schon mal gar nicht.

@ Blümchen: So ganz kaputt ist es ja bei Euch anscheinend noch nicht. Ich würde das nicht direkt als Trennung betrachten, sondern als Krise, problematische Phase, irgendwas in der Richtung (so scheint er das ja auch zu sehen). Dein Freund hat anscheinend einen ganzen Ar... voller Probleme und Du noch on top ist ihm gerade zu viel. Soweit, so (halbwegs) nachvollziehbar.
Fang weder an, ein neues unabhängiges Leben raushängen zu lassen (wie von Sebastian vorgeschlagen), noch ihm jetzt glühende Liebesbeweise zu schicken.
Signalisiere ihm in einer kurzen Nachricht, dass Du verstehst, dass er erst mal mot sich und seinem Kram klar kommen muss, er Dich aber - wenn er Deine Hilfe braucht - gerne mit ins Boot holen kann. Und dass er sich ansonsten melden soll, wenn er wieder besser mit sich zurecht kommt.
Halte es nett, kurz und nicht zu zuckerig. Momentan sehe ich wie gesagt darin noch keine Trennung. Aber was er jetzt nicht braucht ist, dass ihm jemand auf den Füßen steht. Einfach Raum lassen. Und ob die Freundschaft nur etwas Schlagseite hat oder tatsächlich zu ende ist, wird sich etwas später zeigen.

Aber irgendwo innen drin sitzt da bei ihm was quer. Dass es der Tod seines Vaters ist (an den er sich kaum erinnern dürfte), glaube ich kaum; eher die Tatsache, dass er ohne Papa aufgewachsen ist. Da müsste sich mal ein Psychologe austoben, aber schlag ihm das jetzt bloß nicht vor. Darüber kann man mal vorsichtig reden, wenn die Kuh vom Eis ist.
"Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist." - Oscar Wilde

Insane
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Insane » Di 12. Feb 2019, 08:32

@ Sebastian: Ich hab mal kurz in Deinen Link reingeguckt. Du hast da einfach den Text hier rein kopiert, egal ob er passt oder nicht. Lass das lieber, vor allem bei solchen Glücks-Keks-Sprüchen. Was die Website da bringt, sind billigste Standartsprüche.
Vergiss das lieber schnell!
"Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist." - Oscar Wilde

Sonnenblume10
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Sonnenblume10 » Di 12. Feb 2019, 12:37

Ein etwas schüchterner, kleiner Junge, der sich da zeigt:
Blümchen2019 hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 13:20
Es war am Anfang etwas komisch, er war total schüchtern, kaum Blickkontakt.. aber später war es einfach nur schön, er erzählte viel von sich aus, z.B. das die ersten 2 Wochen sehrr hart waren, nichts gegessen hat, ein Kumpel ist die ganze Zeit bei ihm gewesen, wollte nicht alleinsein.. er fragte mich, ob ich ihn vermisst hätte... und auch er hat mich sehr vermisst..
Blümchen2019 hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 13:20
Um Weihnachten rum hatte er eine kleine Krise... Vor ca 30 Jahren ist sein Vater da verstorben und verarbeitet hat er das nie richtig....
Er saß da und weinte bitterlich.... ich versuchte ihn aufzufangen, so hatte ich ihn nie zuvor erlebt.. wir redeten viel... zwischendrinn meinte er auf einer Seite WILL er mit mir zusammensein, andererseits wollte er vor unserer Beziehung nicht mehr leben richtig... bzw. es war ihm egal was mit ihm ist. Und nun mit mir ist er zerissen.... das Leben ist manchmal überfordernd für ihn und diese Zerrissenheit macht ihn kaputt.... das hat mir unglaubliche Sorgen um ihn und auch um unsere Beziehung bereitet.... gerne eure Probleme... ich freu mich!
Erst zerschlägt er das Porzellan, dann tut es ihm leid und er möchte den Scherbenhaufen wieder ein wenig kitten.
Er ist jedenfalls beschädigt, da weitgehend ohne Vater aufgewachsen. Ob er das nie richtig verarbeitet hat, lässt sich nicht sagen. Aber sicher wird ihm der Vater gefehlt haben, spätestens dann, wenn er andere Kinder gesehen hat, die beide Elternteile haben. Das ist eine Bürde, die er durchs Leben schleppt, da der Vater als Vorbild und Beschützer abwesend ist.

Und dann hat er ja noch andere Probleme. ER macht einen recht selbstmitleidigen Eindruck auf mich und schwankt zwischen Distanz und Nähe.
Distanz schafft er durch sein Abtauchen, sein Schweigen, seine Unzugänglichkeit. Da lässt er Dich nicht ran und Du rennst gegen Wände - erfolglos, da Du gegen die Mauern nicht ankommst.
Dann tendiert er wieder zur Nähe: sucht Kontakt, redet und weckt in Dir durch seine Worte über sein schweres Leben automatisch einen Fürsorgetrieb. Du fühlst, wie sich in Dir ein warmes, süßes Gefühl breit macht. Er braucht mich, ich bin nicht abgeschrieben, er hat mich vermisst, er hat mich gefragt, ob ich ihn vermisst habe , er ist traurig, er suchte Körperkontakt ... Und ich kann ihn retten, wenn er das nur zulässt.
Und er redet nicht über Freundschaft, aber über Kontakt, den er gerne halten würde, allerdings zu seinen Bedingungen. Sprich, dann wenn ihm gerade danach ist und wenn er ein Bedürfnis nach Nähe hat.
Du wurdest innerhalb der 10 Monate zu einer Art Betreuerin und Ersatzmutter, die sich auf ihn einstellt und wartet, bis der kleine Bub wieder mal ankommt. Wenn er wieder seinen Rappel bekommt, dann driftet er wieder ab.
Blümchen2019 hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 13:20
Bei unserem Treffen am 05.02. meinte er außerdem, dass wir uns ja vllt nächsten Monat nochmal sehen könnten und dass ich noch Sachen bei ihm hab..
Ach Du meine Güte! Nächstes Monat! Na toll! Stellt er sich jetzt vor, dass Ihr Euch einmal im Monat trefft und weiterhin nicht klar ist, ob Ihr jetzt eine Beziehung habt oder nicht?

Ich möchte Dir ein paar Denkanstöße geben, über die Du nachdenken kannst, wenn Du magst.

1. Die Beziehung ist bereits nach 10 Monaten in einer gewaltigen Schieflage. Das stimmt keinen hoffnungsvoll, dass es später wesentlich besser wird. Einige Krisen habt Ihr bereits hinter Euch und jetzt ist eine ernsthafte da.

2. Ihr habt Eure Rollenverteilung schon sehr gut verteilt. Er folgt seinen Impulsen, geht mal auf Abstand, merkt dann, dass er verdammt allein ist, was ihn traurig macht und dann kommt er wieder auf Dich zu. Wenn er wieder Kontakt hergestellt hat, verschwindet er erstmal wieder für einige Zeit von der Bildfläche. D.h. er bestimmt darüber, wie die Beziehung weiter geht, ob sie weiter geht und in welchem Umfang.
Er bietet Dir jedenfalls keine Beziehung, in der Du Dich sicher und aufgehoben fühlen kannst.
Und Du bist diejenige, die etwas für die Beziehung tut, die ihm beistehen will und ihm helfen will. Und Du bist diejenige, die wartet, dass er sich hoffentlich bald wieder meldet und Dir wieder dieses wunderbar warme Gefühle verschafft, das so mächtig ist, dass Du für die Beziehung alles tust. Er ist eine Art Dealer von Dir, denn er hat den Stoff. Aber er bestimmt, ob Du ihn bekommst und in welchen Dosen.
Das kommt Dir sicher krass vor, aber es ist was dran. Männer wie er, die schlecht zu greifen sind und zudem in ihren Verhaltensweisen stark schwanken, üben eine eigenartige Faszination aus. Man kann sie nicht greifen, sie flutschen einem durch die Finger, aber wenn sie dann da sind und wenn sie zutraulich sind, wecken sie automatisch Gefühle, die einen süchtig machen.
So wie jetzt gerade, so sollte es immer sein!
Aber leider sind diese wundervollen Phasen der Verschmelzung nie von Dauer. Und der Rest der Beziehung gründet sich auf Hoffen und Bangen, aber das musst nur Du aushalten.
Ihm geht es ja gar nicht so schlecht, denn er hat Dich ja. Das weiß er. Er kann jederzeit, wenn er Dich braucht, auf Dich zurück greifen und Du stehst sofort bereit. Wie eine Mutter ... Und wenn er wieder das Bedürfnis nach Abschottung hat, dann lebt er das auch aus und zieht sich wieder zurück. Bis zum nächsten Mal. Das Spiel kann man notfalls über Jahre so treiben, vorausgesetzt man will die Energie dafür überhaupt investieren.

3. An Deiner Stelle kannst Du mit allem rechnen. Es kann jetzt ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Aus sein, es kann auch sein, dass er i'wann mal zur Vernunft kommt und seinen Mann in einer Beziehung steht. Aber dafür scheint er mir doch sehr unreif zu sein. Und das mit 33.

4. Du bist 27. Was wünschst Du Dir für die Zukunft? Spielen Familiengründung und Kinder eine Rolle? Noch läuft die biologische Uhr für Dich nicht ab, aber Du kannst notfalls Jahre mit dem rumtun, ohne dass Du jemals das kriegst, was Du Dir wünschst.
Bitte frage Dich ganz genau, ob der Invest in diese Beziehung nicht sehr ungleichmäßig ist und wie lange Du bereit bist, Deine Rolle als Wartende und Betreuerin übernehmen willst.
Er lebt seine Impulse an Dir aus und Du musst das eben aushalten und Dich danach richten. Ist es das wert?

5.
Blümchen2019 hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 13:20
Unter Beziehungsstatus hat er Es ist kompliziert angeben...
Ich halte nicht viel davon, Erkundigungen über FB einzuholen, aber es ist verständlich. Du klaubst jeden Strohhalm, der Dich ihm näher bringt, auf. Es ist kompliziert. Ja, das ist es! Es ist für ihn kompliziert, da er nicht weiß, wo er hin will und was er aushalten kann (allzu viel Nähe und gute Ratschläge von der Partnerin jedenfalls nicht). Es ist auch für Dich kompliziert, da Du in der Luft hängst und zwischen Hoffnung und Ängsten pendelst. Aber nicht freiwillig, denn der Auslöser ist er.
Blümchen2019 hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 13:20
Was ich nicht verstehe.... er sagt ich würde ihm fehlen.... und das er schon echt gelitten hat... warum? Er hat sich getrennt ... er wollte es so... warum erzählt er mir das dann nun? Und warum haben wir jetzt wieder Funkstille.... :(
Menschen wie er können nicht mehr. Sie wünschen sich auf der einen Seite sehr viel Nähe, Liebe und Vertrauen und sie profitieren auch davon, wenn sie es endlich gefunden haben. Eine Partnerin wie Dich, eine von der netten, fürsorglichen Sorte, die bereit ist, alles für ihn zu tun.
Dann geht die Bindung in einen alltäglichen Zustand über und seine Probleme, die er mit sich selbst hat, gewinnen wieder die Oberhand. Die quälen ihn (ja, ich weiß, Du kriegst jetzt sofort wieder Mitleid!), sie wachsen ihm über den Kopf. Da gibt es hier und dort Schwierigkeiten und dann da noch diese viel zu liebe und anhängliche Frau, die auch was von ihm will. Die immer für ihn da ist und gute Ratschläge gibt, am liebsten sein desolates Leben richten würde.
Das überfrachtet ihn, das wird ihm zu viel, auch an unausgesprochenen Erwartungen und er geht in den Rückzug und verschwindet, macht sein Ding, glaubt, im Alleinsein wird es leichter für ihn.

Doch dann fühlt er sich wieder so verdammt einsam. Keiner da, der sich um ihn kümmert. Kein Aas, das sich für ihn interessiert. Keiner, der ihn lieb hat und auffängt. Und dann kommst Du wieder ins Spiel. Er merkt, wie zugänglich Du bist und dockt wieder an. Ganz vorsichtig sucht er wieder eine Annäherung.
Und dann? Das wird die Zeit zeigen. Es wird vermutlich nicht auf Dauer sein, denn auf Nähe folgt Distanz und auf Distanz wieder Nähe. Er braucht nur das passende Gegenüber, das das alles aushält und mitmacht, so Jemanden wie Dich. Jemanden der bereit ist, zurück zu stecken, viel Mühe und Gedanken in den Erhalt der instabilen Beziehung steckt und der viel Geduld und Verständnis aufbringt. Ob das belohnt wird, ist allerdings fraglich.

Du erinnerst mich an mich selbst. Ich hatte eine ähnliche Beziehung, die schon lange zu Ende ist. Diese Beziehung schwankte zwischen Nähe und Distanz, die allein er vorgab. Denn was ich wollte, war ja klar. Ich wollte Nähe und suchte mir dann ausgerechnet Jemanden, mit dem eine "normale" Beziehung mit Hand und Fuß einfach nicht möglich war.
Auch er einer, der Probleme mit sich hatte, der mit sich unzufrieden war, der haderte, der mehr aus sich hätte machen wollen, aber es dann doch nicht schaffte. Jedenfalls nicht so, wie er es sich gewünscht hätte.

Er stellte mich immer wieder ins Abseits, machte sein Ding und bestimmte über sein Leben. Ich sah als Zaungast hilflos zu, aber die Rolle, die ich gerne in dem Theaterstück hätte einnehmen wollen, gestand er mir nicht zu. Er hielt mich auf Abstand, immer wieder.
Und ich litt, starb einige Tode wegen ihm, hatte Angst vor dem Verlassenwerden. Alles, nur das nicht! Lieber litt ich und hatte weiterhin Angst.
Ich weinte viele Tränen im Verborgenen und ich war so, wie er eine Partnerin vermeintlich haben wollte. Ich war verständnisvoll, fing ihn auf, wenn es nötig war, redete ihm gut zu, bestätigte und bestärkte ihn (wie eine Mutter) und ich wollte alles in Personalunion sein: tolle Geliebte, die gute Freundin zum Pferde stehlen, die fürsorgliche Frau, die sich um ihn sorgte und sich kümmerte, um dem Prinzen das Leben angenehm zu machen. Die Therapeutin, mit deren Hilfe und Beistand er seine Bindungsängste überwinden würde und die ihn retten würde.
Wo ich da blieb, fragte ich mich nicht. Ich war es gewöhnt, klein bei zu geben, alles hinzunehmen, nicht wichtig zu sein und mich auf den Mann einzustellen. Auch ich lebte innere Muster und Prägungen nach, die ich gelernt hatte und von meiner Mutter unbewusst übernommen hatte.
Ich litt, ich trauerte oft, aber ich änderte nichts. Ich war zu feige, zu ängstlich, zu wenig selbstbewusst. Keine Eigenliebe, die mich vor so etwas bewahr hätte, keinen Mut, mich selbst in den Vordergrund zu stellen und die Konsequenzen zu ziehen.
Lieber so als gar nicht, war die Devise.

Irgendwann kam die Wut bei mir. Ich merkte, dass ich allmählich zu einem Dampfkessel wurde, der jederzeit los gehen konnte. Es war zu viel geworden mit ihm. Zu viel Frust, zu viel Hoffnung, dann wieder Nähe und das Warten auf seine Annäherung.
Ich stand auf und ich war nicht mehr länger bereit, diesen Zirkus mit zu machen. Sagte ich zumindest, aber ich tat es eben doch.
Ich stellte mich auf das Podest neben ihm, denn dort war er alleine gestanden. Und dann fühlte ich mich besser, erstmals nach langer Zeit.
Es war die Phase vor dem endgültigen Aus, aber das wusste ich nicht. Er trennte sich, per Mail, schwafelte was von Nicht-Können, aber doch Wollen. Aber es ging nicht, er wollte allein sein, mich los sein (das sagte er so direkt nicht, aber natürlich war es so). Ich war wieder diejenige, die unten war. Erst hatte er die Macht in der Beziehung und jetzt auch, denn er trennte sich.
Und ich heulte, vergoss eimerweise Tränen und litt um ihn - und bot ihm die Freunschaft an, was natürlich Quatsch war. Keiner kann von Liebe auf Freundschaft umschalten. Wir hielten noch Kontakt über Telefon und Mails. Es tat mir weh von ihm zu hören und von seinen tollen Unternehmungen. Ich war misstrauisch, aber ich konnte ihn auch nicht fragen, ob es Jemanden gab.
Irgendwann begriff ich aus einer verschwurbelten Mail, dass er Jemanden hatte. Danach meldete er sich nicht mehr. Nach einigen Wochen fragte ich nach und schrieb eine etwas aggressive Mail, die er ebenfalls aggressiv beantwortete. Er wollte keinen Kontakt mehr, es war besser so.
Wieder hatte ich ihm es überlassen zu bestimmen.

Es dauerte lange, bis ich die Geschichte überwunden hatte. Aber es hatte auch was Gutes. Ich fing erstmals an, über mich nachzudenken. Über sich wiederholende Beziehungsmuster in meinem Leben. Über meine Eltern und das, was ich als Kind mitgekriegt und empfunden hatte. Auch damals war Angst schon ein zentrales Thema bei mir, das ich in Beziehungen importierte. Ich begriff, dass auch ich innere Muster nachlebte und dass es an der Zeit war, damit aufzuhören.
Ich merkte, warum ich mir so viel bieten ließ und alles hinnahm, nur dass Mister Vollkoffer bei mir blieb, ehe er dann doch ging. Ich lernte, dass ich auf mich aufpassen musste und dass mein Leben bisher von Kleinmütigkeit und mangelndem Selbstwertgefühl dominiert war. Ich lernte, dass auch ich ein fähiger und netter Mensch war und das pflege ich heute noch. Ich sehe mich viel positiver als früher und das tut mir gut. Ich bin mehr bei mir. Früher war ich bei ihm oder wollte es zumindest sein. Ich hatte ihn zum Drehpunkt meines Lebens gemacht und ich hatte eine Aufgabe an ihn: Bitte sei Du lieb zu mir, dass ich endlich weiß, dass ich es wert bin geliebt zu werden. Bitte zeige Du mir, wie wichtig ich bin, denn dann fühle ich mich wichtig und gebraucht. Bitte richte Du mein Leben, weil ich es selbst nicht kann, sondern Dich dazu brauche.

Er tat nicht viel dafür und das war gut so. Denn ich musste lernen, dass ich für mein Leben selbst verantwortlich bin. Ich war dafür verantwortlich, mein Leben zu gestalten, anstatt es vom Mann gestalten zu lassen.
Ich lernte, dass auch ich wichtig war und nicht dazu da war, Fußabstreifer zu sein, den man bei Bedarf benützt.

Mach Dir weniger Gedanken über ihn, sondern eher über Dich. Das wäre nötiger, denn Dich kannst Du ändern, ihn aber nicht.
Ich wünsche Dir alles Gute, was immer Dir das mit ihm auch bringen mag. Aber pass auf Dich auf, das musst Du Dir wert sein!

Sonnenblume

Insane
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Insane » Di 12. Feb 2019, 13:27

@ Sonnenblume: Ich habe immer ein bisschen Bauchweh damit, wenn hier aufgrund dürrer Worte aus 2. Hand quasi das psychologische Profil eines Menschen erstellt wird. So ein Posting enthält ja nur sehr sparsame Infos und ist zudem auch noch von einem kräftigen Schuss Selbstdarstellung geprägt - ob man das nun will oder nicht.
Ich wäre jedenfalls vorsichtig damit, bei ihrem Freund gleich den einen oder anderen heftigen Knacks anzunehmen.
Das Gleiche gilt wohl auch dafür, Blömken in der Samariterrolle zu sehen.
"Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist." - Oscar Wilde

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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Sonnenblume10 » Di 12. Feb 2019, 17:11

Blümchen kann das annehmen oder als unsinnig abtun. Es muss auch nicht stimmen. Aber die ganzen Anzeichen - sein Verhalten und ihres - deutet darauf hin.
Die Zeit wird es zeigen, ob die Beziehung eine Aussicht auf Bestand hat. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Und zu meiner Selbstdarstellung. Ich finde es glaubhafter, wenn man eigene Erfahrungen einbringt, weil so mancher dann sagen kann: Verdammt, das ist eigentlich in unserer Beziehung genauso und dann mal anfängt zu reflektieren. Genauso gut kann Blümchen sagen: Nein, das trifft auch mich und ihn nicht zu.
Dann ist es auch in Ordnung.

Sonnenblume

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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Insane » Di 12. Feb 2019, 17:32

Ich meinte mit "Selbstdarstellung" die Rolle, die ein Threadersteller von sich in seiner Geschichte vermittelt. Und da ist dann halt die Frage, wie objektiv das Bild ist, das dort gezeichnet wird. Die Grautöne zwischen der anfänglichen Schwarz - Weiß - Darstellung ergeben sich doch meist erst im nachfolgenden Frage - Antwort - Spiel und das Gesamtbild gewinnt so dann erst an Realismus.
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Blümchen2019 » Mo 18. Feb 2019, 15:12

Hallo ihr Lieben, vielen, lieben Dank für eure Mühe und eure Ratschläge, das einmal vorab.
Mir fiel nur jetzt eben beim Lesen wieder sehr stark auf, dass was ich letztendlich tue doch allein bei mir liegt.
Deswegen habe ich mich dafür entschieden so zu handeln wie ich es im Moment für richtig halte. Denn ich möchte mir nicht in einem Jahr irgendetwas vorwerfen nicht getan/ oder getan zu haben.
Was auf jeden Fall stimmt ist die Tatsache, dass er größtenteils im Moment über die Art und Intensität unseres Kontaktes bestimmt. Es ist aber nicht so, dass ich springe.. Vor einer Woche gab es z.B. kurz ein Treffen (er hatte mir etwas besorgt, worum ich ihn vor Monaten gebeten hatte). Deswegen stimmte ich einem Treffen spontan zu. Nach dem Treffen schrieb er mir sehr zügig, dass er gerne etwas mehr Zeit mit mir verbracht hätte und ob wir die Tage nicht was unternehmen wollen. Ich vertröstete ihn aus Wochenende. Am Samstag trafen wir uns dann auch. Denke schon, dass das mehr von mir ausging bzgl. Tag Uhrzeit etc. ... Deswegen habe ich mich nicht wie ein Hündchen gefühlt, der einem Knochen hinterher jagt. Der Samstag war wirklich toll :) wir haben sehr viel gelacht und Null über unsere Trennung etc. gesprochen.. einpaar Mal schien es so, als wolle er mich Küssen, aber mehr als eine Umarmung gab es ist. Ist auch relativ in Ordnung für mich.. Es bleibt im Nachhinein dennoch ein komischer Beigeschmack... er fütterte mich mit Pommes, weil ich am PC beschäftig war... er lud mich ein nächsten Monat mit ihm in unser Lieblingsrestaurant zu kommen... und lauter so Kleinigkeiten... Am Sonntag morgen meldete er sich wieder von sich aus... Irgendetwas ist da... nur was...
Was ich aber nicht sagen kann ist, dass ich in den 10 Monaten zu seiner Betreuerin mutiert bin. Natürlich unterstützt man sich gegenseitig u versucht Lösungen zu finden, aber bemuttert habe ich ihn nie :D
Und zu dem Tod seines Vaters... Mein Ex war ca. 5 Jahre alt als sein Vater mit Herzschmerzen im Badezimmer hingekracht ist, sich den Kopf stark gestoßen hat... Seine Mutter ist alleine ohne ihn und seine noch kleinere Schwester aus der Wohnung gelaufen... Der Vater lag dort... viel Blut.. keine Reaktion... dass alles hat mein Ex mitbekommen, war Minutenlang alleine in der Wohnung. Das wird das Trauma sein, dass in ihm sitzt. Nicht der einfache Verlust, der auch schon hart gewesen wäre.

Das Problem im Moment ist nur das, dass ich nicht möchte, dass sich eine Freundschaft entwickelt... bzw. ich könnte das sowieso nicht... muss nur jetzt die Kurve bekommen und klarmachen, dass eine Freundschaft für mich nicht in Frage kommt... Ich denke beim nächsten Treffen werde ich das Thema ansprechen.

Noch einmal lieben Dank für eure Antworten, die ich mir alle sicher noch einige Male mehr durchlesen werde....

Sum
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Re: Nach Trennung.. etwas Kontakt... doch was nun..?

Beitrag von Sum » So 31. Mär 2019, 14:53

Hallo Blümchen,

ich habe mich bei Dir jetzt auch mal eingelesen... wie genau sieht es denn jetzt bei dir aus. Meldet er sich oder besteht absolute Kontaktsperre?

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